Frage an Josef Rief von Zbavxn Xbaenq bezüglich Landwirtschaft

23. August 2009 - 13:30

Sehr geehrter Herr Rief,

mich interessiert Ihre Haltung zu den Themen Agrogentechnik und Milch. Die Landwirte lehnen die grüne Gentechnik mehrheitlich ab. Wie berwerten Sie als Landwirt die vorgehensweise des Landes Baden Württemberg bei der Handhabung des mit nicht zugelassenem, gentechnisch verändertem Maissaatgut (NK 603) Wie bewerten Sie die Chance, die Beschlüsse vom Milchgipfel 2008 umzusetzen? Können Exporterstattungen und Intervention Ihrer Meinung nach den Milcherzeugern helfen - oder wäre nicht die Abschaffung der Saldierung, auch im Hinblick auf die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Märkte in Entwicklungsländern ein probateres Mittel?

Mit freundlichen Grüssen
Monika Konrad

Frage von Zbavxn Xbaenq
Antwort von Josef Rief
27. August 2009 - 13:06
Zeit bis zur Antwort: 3 Tage 23 Stunden

Liebe Frau Konrad,

vielen Dank für Ihre Fragen.

Ich lehne die Biotechnologie und deren Gentechnik nicht grundsätzlich ab, da Sie wie z.B. im medizinischen Bereich auch vielen Menschen helfen kann. Ich halte jedoch die Freisetzung von eigenständig lebensfähigen gentechnisch veränderten Organismen (GVO) derzeit für nicht notwendig und für nicht verantwortbar, da die Risiken meines Erachtens noch nicht ausreichend erforscht sind und daher die Risiken größer sind als der mögliche Nutzen. Aus diesem Grunde habe ich mich im Bauernverband Biberach-Sigmaringen für die Ausrufung einer Gentechnikfreien Anbauregion stark gemacht. Was meines Erachtens jedoch in Zukunft unverzichtbar ist, ist eine firmenunabhängige und somit neutrale Forschung im Bereich der Gentechnologie.

Der Milchgipfel 2008 hat sicher nicht das gebracht was sich viele Bäuerinnen und Bauern erhofft haben. Ich bin nicht überzeugt, dass bezüglich der Abschaffung der Saldierung oder einer Quotenreduzierung es eine EU-Mehrheit geben würde. Deutsche Alleingänge jedoch hätten nur die Folge, dass wir die deutschen Milcherzeuger einseitig knebeln würden. Exporterstattungen können kurzfristig helfen den Markt zu entlasten. Von der Intervention halte ich nichts, da die Erzeugnisse zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sie wieder ausgelagert werden, den Markt belasten. Ich setze mich für ein verbessertes Schulmilchprogramm ein und für eine Unterstützung im Bereich des Absatzes in der Backwarenindustrie und der Speiseeisherstellung. Seit die EU diese Unterstützung abgeschafft hat, haben wir noch größere Probleme mit dem Absatz.

Ich hoffe, Ihre Fragen ausreichend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Josef Rief