Frage an Johannes Steiniger von Urvaevpu Orvyznaa bezüglich Gesundheit

10. Februar 2018 - 11:11

Sehr geehrter Herr Steiniger,

wie lautet Ihre Meinung zur "Lebensmittelampel"? Präferieren Sie das Modell der Lebensmittelindustrie, das - auf Portionsgrößen basierend - sogar reinem Würfelzucker nur einen "mittleren Zuckergehalt" bescheinigt, oder tendieren Sie zum Modell der auf jeweils 100g bezogenen Gehaltsangaben, wie es Verbraucherschutzorganisationen seit Jahren fordern?

Frage von Urvaevpu Orvyznaa
Antwort von Johannes Steiniger
12. Februar 2018 - 12:39
Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 1 Stunde

Sehr geehrter Herr Orvyznaa,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage zur Kennzeichnung von Lebensmitteln.

Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, haben sich Union und SPD im Koalitionsvertrag auf Verbesserungen für den Verbraucherschutz im Bereich der Lebensmittel geeinigt. Die Visualisierung durch eine farbliche Gestaltung soll es zukünftig einfacher machen, sich gesünder zu ernähren. Im genauen Wortlaut sieht der Vertrag auf Seite 89 vor: "Wir werden das Nährwertkennzeichnungssystem für verarbeitete und verpackte Lebensmittel weiterentwickeln, in dem das Verhältnis zur Referenzzahl gegebenenfalls vereinfacht visualisiert wird."

Auch wenn ich die Verbesserungen für Verbraucher unterstütze, so sehe ich eine zu starke Vereinfachung und Reduktion der Bewertung auf gewisse Inhaltsstoffe kritisch. So kann beispielsweise eine Reduktion von Zucker eine Verbesserung in einer einfachen Ampeldarstellung bedeuten, obwohl Brennwerte und Kalorien erhöht sind.

Aus meiner Sicht ist es daher auch wichtig, dass ein guter Ernährungsunterricht in den Schulen und altersgerecht bereits in den Kindergärten stattfindet. In der Schule soll Wissen über Inhaltsstoffe, Qualität, Herkunft, Verarbeitung und auch über die richtige Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln vermittelt werden. Hinzu kommt die Kenntnis über den menschlichen Bedarf und die Funktion der Nährstoffe.

Um Eltern, Schulen und die gesamte Bevölkerung zu informieren und zu unterstützen, hat die unionsgeführte Bundesregierung das „Bundeszentrum für Ernährung“ gegründet und damit eine zentrale Einrichtung für die Ernährungskommunikation geschaffen. Das Zentrum unterstützt u. a. Multiplikatoren in der Ernährungsbildung und -beratung und bietet unterrichtsbegleitende Materialien für Schulen an.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Steiniger