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Johannes Schätzl
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Frage von Sascha L. •

Wie will die SPD den Abfluss von Know-how bei photonischen Chips stoppen und die kommerzielle Massenfertigung dieser KI-Hardware in Deutschland sichern?

Die SPD steht traditionell für eine starke Industriepolitik und den Erhalt von Wertschöpfung in Deutschland. Bei photonischen Chips - dem künftigen Hardware-Standard für KI-Rechenzentren (30x energieeffizienter, 50x schneller als Silizium) - droht uns jedoch ein neues "Solar-Trauma": Wir finanzieren die exzellente Grundlagenforschung, aber die lukrative Kommerzialisierung und die dazugehörigen Zukunftsarbeitsplätze wandern in die USA oder nach China ab. Als Informatiker und digitalpolitischer Sprecher wissen Sie, dass wir bei digitaler Souveränität nicht nur Milliarden in veraltete Silizium-Technologien stecken dürfen. Welche industriepolitischen Hebel und Förderinstrumente plant die SPD-Fraktion einzusetzen, um Hardware-Start-ups das Überwinden des "Tals des Todes" zu ermöglichen und den Aufbau von Produktionskapazitäten für photonische Chips in Deutschland abzusichern?

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr L.,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie haben das Problem genau erfasst.

Aktuell finden große Teile der Grundlagenforschung zum Beispiel für Chips bei uns statt, die Ergebnisse davon fließen jedoch ins Ausland.

Auch wird in Europa und Deutschland Spitzentechnologie zur Herstellung von Chips produziert, die Fertigung findet dann außereuropäisch statt. Das ist ein Zustand, der ebenfalls inakzeptabel ist. 

Für uns ist klar, dass eine heimische Produktion (photonischer) Chips ein wichtiger Faktor für unsere digitale Souveränität ist. Auch sichern Produktion und Lieferketten Arbeitsplätze - alles in allem elementare Voraussetzungen für das Vorankommen unseres KI-Standorts. Wir müssen uns in erster Linie auf uns selbst verlassen können.

Deshalb fordere ich eine Billion Euro privates Kapital für KI und digitale Infrastruktur in Europa (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cyberangriffe-eine-billion-euro-fuer-ki-spd-will-privatkapital-mobilisieren/100225128.html).

Als Staat müssen wir dafür Rahmen setzten und Investitionen steuern. Klar ist aber, dass wir nicht der Hauptfinanzierer durch Steuergeld werden können. Stattdessen muss das Kapital beispielsweise aus Versicherungen oder von institutionellen Anlegern kommen. Durch Abnahmegarantien können wir wichtige Investitionsanreize schaffen, der Staat als Ankerkunde kann eine entscheidende Rolle spielen. 

Regulatorisch möchte ich auch auf die Hightech Agenda verweisen, in deren Rahmen auch die Vorhaben im Bereich der Mikroelektronik adressiert werden: https://hightech-agenda-deutschland.de/roadmaps/mikroelektronik/.

Wir haben aus meiner Sicht keine andere Wahl, als hier erfolgreich zu sein. Wenn wir hier nicht souverän aufgestellt sind, werden bestehende Abhängigkeiten uns früher oder später mehr kosten als der Weg zu eigenen Alternativen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Schätzl

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