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Johannes Kahrs
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Frage von Anette L. •

Frage an Johannes Kahrs von Anette L. bezüglich Soziale Sicherung

Guten Tag Herr Kahrs!

Nachdem die Berichterstattung über Modelle zur Vermeidung der Altersarmut mir so langsam die Ohren klingen lassen, es mir dabei nicht wirklich nachvollziehbar wird, wie man nun mit 750 oder 850 oder 1000 Euro (je nach "Modell") anständig im Alter leben kann - da frage ich mich nun auch, ob und wie diejenigen, die diese Entscheidung für "das Volk" treffen, sich an dieser "Absenkung des Rentenniveaus" beteiligen.
Ein Bundestagsabgeordneter hat nach meinen Recherchen nach einer vierjährigen Legislaturperiode einen Anspruch auf eine "Zusatz"-Rente im Alter von mindestens ca. 800 Euro. Wohlgemerkt, nach 4 Jahren! Seine Leistung wird dabei nicht beurteilt, es gibt für alle die gleich hohe Summe.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass es ein positives Signal in die Bevölkerung, an das Wahlvolk ! wäre, wenn es eine Initiative im Bundestag dazu gäbe, die das Ziel einer Solidarisierung mit den Bürgerinnen und Bürgern hätte. Was halten Sie davon, Herr Kahrs?
Das wäre doch ein guter Grund, Ihnen bei der nächsten Bundeswahl meine Stimme zu geben und damit zu Ihrer gewiss nicht unerheblichen "Zusatz"-Altersversorgung aus dem Bundestagsmandat beizutragen!

Mit besten Grüßen aus dem Bezirk Mitte - A. Lutter

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Antwort von
SPD

Sehr geehrte Frau Lutter,

natürlich haben Sie völlig Recht, wenn Sie die Vermeidung von Altersarmut als eines der derzeit drängendsten Probleme sehen. Dabei ist eine solide finanzielle Basis für die Rente natürlich unabdingbar. Um dieses Problem für die nächsten Jahre und Jahrzehnte nachhaltig zu lösen, hat die SPD jetzt ein entsprechendes Rentenkonzept erarbeitet. Dieses Konzept setzt bereits am Arbeitsmarkt und der dort grassierenden „Erwerbsarmut“ an – nicht allein an der Rente. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den Plänen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Deren Rentenkonzept ist eine mittlere Katastrophe, weil sie in ihren Prognosen die immer weiter steigende Zahl von Niedriglohnempfängern einfach als gegeben hinnimmt.
Aus unserer Sicht gibt es keine Altersarmut ohne Erwerbsarmut. Und wer die Erwerbsarmut nicht bekämpft, der wird am Ende sehen, dass die Kosten für die Bekämpfung der Altersarmut nur immer höher werden. Genau da setzt das Konzept der SPD an. Wir müssen die Erwerbsarmut im Arbeitsleben bekämpfen durch ein höheres Lohnniveau, durch gesetzlichen Mindestlohn, durch eine Besserbezahlung von Leih- und Zeitarbeit, insbesondere durch eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern für die gleiche Tätigkeit. Das ist der zentrale Punkt bei der Lösung dieser Problematik.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Kahrs