Portrait von Joachim Pfeiffer
Joachim Pfeiffer
CDU

Frage an Joachim Pfeiffer von Xahg Wbunafba bezüglich Gesundheit

19. Juni 2013 - 07:24

Sehr geehrter Herr Pfeifer,

ihre Antwort auf die Fragen von Herrn Friedrich schockieren mich ein wenig.

In einer "Spirale in den Tod" endete die Drogenkariere 2012 für 944 Menschen.
Diese Zahl bezieht sich auf illegale substanzen.
Quelle: http://drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Service/Publikationen/BMG_Drogen-_und_Suchtbericht_2013_WEB_Gesamt.pdf
Seite 39

Bei einer Zahl von über 74 000 Toten durch Alkohol und 110 000 Tote durch Tabak in 2012 (Quelle: http://drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Service/Publikationen/BMG_Drogen-_und_Suchtbericht_2013_WEB_Gesamt.pdf Seie 19/Seite 26)
sind sie ernsthaft der Meinung, daß man von immer stärkeren Kontrollen reden kann?
Denken sie nicht, man sollte die Cannabisverfolgung aussetzen und statt dessen die freigewordenen Kapazitäten nutzen, um sich auf die wirklich gefährlichen und Schädlichen Drogen zu konzentrieren?

Die CDU hält an einem Suchtfreiem leben fest.. Sollten dann die Politiker der CDU nicht allen anderen voran gegen Alkohol angehen und Veranstaltungen wie das Oktoberfest meiden? Die CDU macht bisher absolut nicht den Eindruck, daß sie für ein Drogenfreies leben steht. Stattdessen steht die CDU für die Beschneidung der Rechte mündiger Bürger, indem man ihnen vorschreibt, wie sie zu Leben haben.

Cannabis ist für die Gesellschaft weniger schädlich als Zucker. Ich kann ihre Meinung( es handelt sich lediglich um eine Meinung, nicht um Fakten) nicht verstehen.

Steckt hinter ihren Aussagen die Erfolgreiche Arbeit verschiedener Lobbyisten?

Welchen Schaden richtet Cannabis in der Gesellschaft tatsächlich an, der die aktuelle Gesetzeslage rechtfertigt?

Grüße
Knut Johanson

Frage von Xahg Wbunafba
Antwort von Joachim Pfeiffer
19. Juni 2013 - 13:58
Zeit bis zur Antwort: 6 Stunden 34 Minuten

Sehr geehrter Herr Johanson,

dass die Zahl der Todesfälle aufgrund des Konsums illegaler Drogen im Jahr 2012 auf einen knapp unter vierstelligen Bereich und damit auf den niedrigsten Stand seit 1988 sank, ist sehr erfreulich. Was glauben Sie, wie sich diese Zahl bei einer Legalisierung der verbotenen Substanzen entwickeln würde? Sicherlich nicht nach unten.

Wie bereits in meiner Antwort an Herrn Friedrich geschrieben, wollen wir kein neues Drogenproblem hervorrufen. Ich wiederhole meine Aussage: Ich bin gegen Verharmlosung, Liberalisierung und Legalisierung illegaler Drogen, weil der erleichterte Zugang zu Drogen erst recht zum Konsum verleitet. Forderungen nach Drogenfreigabe sind daher keine verantwortliche Alternative zur Suchthilfe.

Die Bekämpfung von Drogen darf sich natürlich nicht nur auf die illegalen Drogen beschränken, sondern auch die legalen Drogen Tabak und Alkohol müssen unser besonderes Augenmerk finden. Die von Ihnen genannten Zahlen sprechen für sich.

Auch noch ein Wort zum Lobbyismus: Generell vertrete ich meine Meinung, und zwar unabhängig davon, ob gerade Wahl ist oder nicht. Diese Meinung bilde ich mir nach Abwägen aller Argumente. Politik heißt für mich auch, Entscheidungen nicht von tagespolitischen Meinungsschwankungen oder Medienberichten abhängig zu machen. Die Aufgabe des Parlaments besteht darin, die Interessen von Bürgern, Verbänden und Unternehmen gegeneinander abzuwägen, um nach einem vereinbarten Verfahren Entscheidungen möglich zu machen und zu legitimieren. Lobbyismus aus der Politik heraushalten zu wollen, ist deshalb übrigens weder wirklichkeitsnah noch wünschenswert.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer MdB