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Joachim Pfeiffer
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Frage von Peter M. •

Frage an Joachim Pfeiffer von Peter M. bezüglich Finanzen

Sehr geehrter Herr Dr. Pfeiffer,

leider haben Sie mir meine Fragen nicht Beantwortet.

1. Ihre Aussage: die "Geldherstellung" ist keinesfalls das Privileg der privaten Banken, sondern ganz exklusiv die Aufgabe der Deutschen Bundesbank nicht korrekt. Selbstverständlich schöpfen Banken sehr wohl Geld und zwar das sogenannte Giralgeld.

Aus der Kreditvergabepraxis der Geschäftsbanken ergibt sich, dass nur ein Bruchteil der Buchgeldmenge als Bargeld zum Auszahlen existiert. Prof. Franz Hörmann drückt es so aus: "Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird. Wenn man Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weitergibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offen legen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher ... herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind."

Bitte korrigieren Sie mich wenn Prof. Franz Hörmann falsch liegt.

Bitte beantworten Sie meine Fragen:

Wäre der Staat denn etwa verschuldet wenn er das Geld selbst herstellt anstatt dieses Privileg den privaten Banken zu überlassen?

Wieseo muss sich der Geld bei den privaten Geld leihen und kann es nicht selber erzeugen?

Laut Bund der Steuerzahler haben wir Deutschen in den letzten 40 Jahren ca. 1,4 Bio Euro Zinsen bezahlt. Von diesen Zinsen hat statistisch gesehen nur ein sehr kleiner Anteil der Bevölkerung profitiert - nähmlich der, dessen Zinseinahmen die Ausgaben in Form von Steuern und Abgaben übersteigen.
Wieso steigen Steuern und Abgaben kontinuierlich und warum werden Staatsausgaben welche dem Gemeinwohl dienen gekürzt – Zinszahlungen wurden jedoch noch niemals gekürzt?

Herzlichen Dank

Mfg.
P.Maier

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Sehr geehrter Herr Maier,

da Sie mit Ihrer Frage nicht auf die konkrete Herstellung von Bargeld abzielen, sondern auf die Geldschöpfung, also die Vermehrung der Geldmenge, ist es natürlich richtig, dass auch private Geschäftsbanken aktiv Geld schöpfen, indem sie Kredite gewähren. Dies tun aber nicht nur die Banken, sondern - passiv - auch Unternehmen, private Haushalte und die öffentliche Hand, indem sie Einlagen bei der Bank, die nicht zur Geldmenge gezählt werden, in solche Einlagen umwandeln, die zur Geldmenge zählen.

Davon unabhängig steuert die staatliche Zentralbank den Prozess der aktiven Geldschöpfung durch ihre Geldpolitik. Schaffen die Banken durch Kredite Geld, erhöht sich zugleich ihr Bedarf an Zentralbankgeld. Die Banken sind gesetzlich verpflichtet, einen Anteil der von ihnen vergebenen Kredite durch Zentralbankguthaben abzusichern (sogenannte Mindestreservepflicht). Die Notenbank kann die Zinskonditionen und die sonstigen Bedingungen, zu denen sich die Geschäftsbanken Zentralbankgeld beschaffen können, anpassen und beeinflusst so den Geldschöpfungsprozess.

Es gibt natürlich alternative Modelle der Geldschöpfung. So vertreten die Anhänger der Vollgeldtheorie den Standpunkt, dass nur das vom Staat ausgegebene Geld als Zahlungsmittel legitim sei und somit die Kontrolle der verfügbaren Geldmenge allein dem Staat obliege. Sonstige Geldschöpfung wird danach nicht zugelassen. Selbst wenn ich nicht Wirtschaftswissenschaftler, sondern Finanzwissenschaftler wäre, wäre eine Aussage darüber, ob der Staat nach diesem Modell verschuldet wäre oder nicht, eine sehr spekulative. Insofern erlaube ich mir, Sie diesbezüglich an die Fachleute zu verweisen.

Bezüglich Ihrer zweiten Frage verweise ich auf meine bereits gegebene Antwort. Geschuldete Zinszahlungen zu kürzen, wäre nichts anderes als ein Geschenk oder wie eventuell im Falle Griechenlands ein potenzieller Schuldenschnitt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Joachim Pfeiffer MdB