Helmut Johach
DIE LINKE

Frage an Helmut Johach von Ureznaa Yberam bezüglich Umwelt

08. August 2017 - 10:03

Sehr geehrter Herr Dr. Johach,

Unterstützen Sie die Antworten Ihrer Partei zur Energiewende und zum Klimaschutz, die in den "Wahlprüfsteinen" verschiedener Organisationen (u.a. des Vereins "Energiebündel Roth-Schwabach e.V.) zu finden sind? (Link: http://www.energiebuendel-rh-sc.de )
Oder sehen Sie persönlich beschleunigte und deutlichere Schritte zur CO2-Minderung, Feinstaub-Verringerung, Umstellung der Energiewende zu 100% erneuerbar bei Strom, Wärme und im Verkehr?

Frage von Ureznaa Yberam
Antwort von Helmut Johach
10. August 2017 - 23:21
Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 13 Stunden

Sehr geehrter Herr Yberam,

die konsequente Fortsetzung der Energiewende hat für mich einen hohen politischen Stellenwert, denn von ihr hängt ab, ob es gelingt, einen weiteren Anstieg der Erderwärmung mit gravierenden Folgen für für das Klima, mit Natur-, Hunger- und Dürrekatastrophen, Anstieg der Meere, Überschwemmungen usw. zu verhindern. Ein 100prozentiger Ersatz von nuklearen und fossilen durch regenerative Energien ist nötig und machbar - möglichst bis 2030. Dazu zwei kritische Bemerkungen:

1. Gegenwärtig verfehlt die Bundesregierung ihre eigenen klimapolitischen Ziele, vor allem weil die /Braunkohle-Verstromung/ nicht beendet, sondern weiter ausgebaut wird. Strom aus dem Norden der Republik soll mit aufwendigen Trassen nach Bayern transportiert werden, anstatt die Chancen für regenerative Energien zu nutzen (Beispiel: 10H-Regel gegen Windenergie). Energiekonzerne und Netzbetreiber blockieren die Energiewende.

2. Ein Großteil des CO2-Ausstoßes erfolgt durch den /Verkehr/, d.h. Gütertransport und Personen-Individualverkehr auf den /Autobahnen/, beides bisher auf fossiler Basis (Verbrennungsmotoren); dazu der besonders klimaschädliche, Kerosinsteuer-befreite /Flugverkehr/. Die Dieselkrise betrifft die ganze Autobranche, da E-Mobilität verschlafen wurde, die Pläne zum Ausbau und zur Privatisierung der Autobahnen lassen nichts Gutes erahnen: Statt "Verstärkt-weiter-so" wäre jedoch a) die Verlagerung des Gütertransports vom Lkw auf die Schiene, b) der Ausbau des ÖPNV, c) ein Rückbau des Flugverkehrs erforderlich, um die Emissionen zu senken. Starke Lobbies verhindern das. Ich unterschreibe die Ziele, die meine Partei DIE LINKE unter der Überschrift "Wirtschaft sozial und ökologisch umbauen" im Bundestags-Wahlprogramm 2017 (S. 80ff.) formuliert hat, und freue mich über alle Initiativen, die wie das "Energiebündel Roth-Schwabach e.V." S dazu beitragen, Haushalte und Kommunen bei der Realisierung der Energiewende zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Helmut Johach