Was spricht für die geplanten Kürzungen am gebundenen Ganztag und wie können sie noch verhindert werden?
Sehr geehrte Frau Sudmann,
ich bin Vater eines Kindes an der Theodor-Haubach-Schule in Altona und mache mir große Sorgen wegen der geplanten Änderungen und Kürzungen am gebundenen Ganztag.
Nach den derzeitigen Planungen sollen Lehrkräftestunden und Honorarmittel im Ganztag der Grundschulen weitgehend entfallen. Damit drohen weniger individuelle Förderung, weniger Lernzeit und weniger kostenfreie Bildungsangebote für unsere Kinder.
Schon heute gibt es immer wieder Engpässe bei den Lehrern und betreuenden Sozialpädagogen. Es ist für mich schwer begreiflich, wieso hier noch weiter gespart werden soll.
Was ist Ihre Haltung hierzu? Und wie werden Sie sich bei der Abstimmung verhalten?
Mit freundlichen Grüßen,
Krischan J.
Sehr geehrter Herr J.,
mir fällt nichts ein, was für die vom Senat geplanten Kürzungen spricht. Schon Anfang Juli hat unsere Fraktion deutlich gemacht, dass diese Kürzungen sofort zurückgenommen werden müssen (hier unsere Pressemitteilung: https://www.linksfraktion-hamburg.de/neuer-kuerzungshammer-nun-trifft-es-die-ganztagsgrundschulen/
Die kürzlich erschienene PISA-Studie bescheinigt Deutschland, dass die soziale Bildungsschere in den vergangenen Jahren noch weiter auseinander gegangen ist. Das gilt auch für Hamburg. Wir halten es für fatal, wenn jetzt bei den GTS oder auch bei den Schulbegleitungen der Kahlschlag geplant und umgesetzt wird.
Von vielen Eltern bekommen wir Protestemails. Das ist ein Weg, der sich aber vor allem an SPD und Grüne, also die Mehrheitsfraktionen in der Bürgerschaft richten muss. Ein anderer Weg ist, weiterhin über Medien, Aktionen mit den Gewerkschaften, Demos vor Ausschusssitzungen den Druck auf den Senat zu erhöhen. Wir unterstützen alle demokratischen Kräfte, die sich gegen den Kürzungshammer richten.
Mit freundlichen Grüßen
Heike Sudmann
