Was halten Sie von einem verpflichtenden Rentensplitting für Ehepaare, führt es ihrer Meinung nach zu neuen Ungerechtigkeiten und sozialen Schieflagen?
Zur Debatte steht ein verpflichtendes Rentensplitting für Ehepaare. Angeblich soll die häufig schlechter verdienende Ehefrau davon profitieren. Was aber, wenn diese besagte Ehefrau 10 Jahre jünger ist als der Ehemann, erst mit 42 Jahren heiratet, und dann zwar aufgrund des Altersunterschiedes innerhalb der Ehe mehr Rentenpunkte sammelt, weil sie ja 10 Jahre länger arbeitet. Aber insgesamt eine geringere Rente als der ältere Ehemann beziehen wird. Dann müsste sie nach aktueller Lage des Rentensplittings Rentenpunkte an ihren Ehemann abgeben, obwohl er insgesamt eine viel bessere Rente bekommt. Die Rente der Ehefrau würde noch schlechter werden als eh schon, nur weil sie innerhalb der Ehe noch 25 Jahre in Vollzeit gearbeitet hat und der Mann nur noch maximal 16 Jahre aufgrund des Altersunterschiedes. Ich hoffe, dass solche Lebensrealitäten in der Rentensplitting Debatte berücksichtigt werden, sonst würde die Ehe für jüngere Ehefrauen ein finanzielles Risiko.
Guten Tag,
Eine Abschaffung der Hinterbliebenenrente und deren Ersetzung durch ein verpflichtendes Rentensplitting würde zu Verschlechterungen, insbesondere für Frauen, führen. Frauen sind bereits jetzt häufiger von Altersarmut betroffen. Daher lehnen wir solche Vorschläge ab. Die Linke vertritt die Position, dass Frauen eine angemessene Rente durch eine angemessene Vergütung ihrer geleisteten Arbeit erhalten sollten. Dafür brauchen Frauen keine Kürzungen von Leistungen, sondern endlich die Beendigung ökonomischer Diskriminierung.
Gleichstellungspolitisch müssen Frauen ins Zentrum ökonomischer Debatten. Deshalb fordern wir eine finanzielle Aufwertung weiblicher Berufsfelder! Wir müssen Erzieher*innen angemessen entlohnen; denn wer das Rückgrat der Gesellschaft bildet, braucht einen guten Lohn, um gute Renten zu erhalten. Außerdem brauchen wir verpflichtende Entgelttransparenzregelungen, die es ermöglichen, Lohndiskriminierung zu erkennen und abzuschaffen und Gender Budgeting, um eine staatliche Förderung von Gleichstellung auch finanziell absichern zu können.
Viele Grüße

