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Heidi Reichinnek
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Frage von Lilia C. •

warum soll die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule nach mehr als 50 Jahren Ende 2026 nicht weiter finanziert werden?

Sehr geehrte Frau Reichinneck,

die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule soll nach mehr als 50 Jahren Ende 2026 nicht weiter finanziert werden. Dieses Programm unterstützt junge Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte beim Zugang zu Studium, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.

Ausgerechnet hier zu kürzen, halte ich für ein fatales politisches Signal. Es wird viel über Integration, Inklusion, Bildungsgerechtigkeit und Fachkräftemangel gesprochen. Dann darf nicht ausgerechnet bei einem Programm gespart werden, das genau an dieser Stelle konkret hilft.

Ich bitte Sie deshalb: Bauen Sie als Opposition politischen Druck auf. Bringen Sie das Thema in den Bundestag, stellen Sie die Bundesregierung dazu öffentlich zur Rede und setzen Sie sich im zuständigen Ausschuss sowie im Haushaltsverfahren dafür ein, dass die Finanzierung der Bildungsberatung GF-H über 2026 hinaus fortgeführt wird.

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass dieses Programm erhalten bleibt?

Vielen Dank.

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Antwort von Die Linke

Guten Tag,

das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat den Trägerorganisationen der Beratungsstellen am 29. Mai 2026 schriftlich mitgeteilt, dass das Bundesprogramm „Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule (GF-H)“ nach mehr als 60 Jahren zum 31. Dezember 2026 eingestellt wird. Diese Entscheidung erfolgte ohne öffentliche oder parlamentarische Debatte und ohne eine transparente und nachvollziehbare Begründung.

Die Einstellung des GF-H zum Jahresende 2026 würde nicht nur den betroffenen jungen Menschen unmittelbar schaden, sondern auch die über Jahrzehnte aufgebauten Netzwerke, wie Träger und Beratungsstellen unwiederbringlich zerstören. Damit würde auch eine wichtige Struktur zur Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte nachhaltig beschädigt, mit negativen Folgewirkungen in der Zukunft. 

Die Entscheidung zur Programmeinstellung fällt in eine Zeit, in der der Bundeshaushalt 2027 massive Kürzungen im BMBFSFJ vorsieht und zugleich der Verteidigungshaushalt auf rund 106 Milliarden Euro angehoben werden soll. Die geplante Abwicklung des GF-H ist nach Ansicht der Antragstellenden damit ein fatales bildungspolitisches Signal, da die Integration junger Eingewanderter der Aufrüstung geopfert wird.

Bildung ist ein Menschenrecht. Das gilt für alle Menschen, die in Deutschland leben, unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus und dem Weg, auf dem sie gekommen sind. Ein Staat, der auf Fachkräfteeinwanderung und gesellschaftliche Integration setzt, darf nicht wichtige Bundesstrukturen zerschlagen, die genau diese Integration in den Bildungsbereich ermöglichen sollen.

Viele Grüße

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