Sehr geehrte Frau Reichinnek! Wie stehen Sie zur Losungsdemokratie, wie die Griechen Sie eigentlich erfanden um Machtblasenbildung zu unterbinden?
Die Athische Demokratie hatte zwar auch Mängel. Es geht mir aber ums Prinzip der Sortition.
Guten Tag S. Z.,
Ich finde es grundsätzlich spannend, dass über neue Formen demokratischer Beteiligung nachgedacht wird. Geloste Bürger:innenräte oder einzelne Gremien können durchaus dabei helfen, unterschiedliche Perspektiven stärker einzubeziehen und politische Debatten zu bereichern.
Als Linke setzen wir jedoch weiterhin auf die repräsentative Demokratie, ergänzt durch mehr direkte Demokratie und Beteiligungsmöglichkeiten. Ein Losverfahren als grundlegendes Ziel oder als Ersatz für gewählte Parlamente sehen wir nicht. Demokratische Entscheidungen sollten aus unserer Sicht weiterhin von demokratisch gewählten und rechenschaftspflichtigen Vertreter:innen getroffen werden.
Dort, wo ausgeloste Bürger:innenräte oder ähnliche Formate sinnvoll sind, können solche Verfahren aber selbstverständlich erprobt und dort, wo sie vereinzelt schon eingesetzt werden, weiterentwickelt werden.
Herzliche Grüße
Heidi Reichinnek

