Sehr geehrte Frau MdB Reichinnek, wie stehen Sie zur geplanten Einstellung des Bundesprogramms Garantiefonds Hochschule (GF-H) zum 31.12.2026?
GF-H in Gefahr! Bildungsberatung GF-H 2027?
Sehr geehrte Frau MdB Reichinnek,
das Bundesprogramm Garantiefonds Hochschule (GF-H) steht vor dem endgültigen Aus:
Anfang Juni habe ich erfahren, dass das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) das GF-H-Programm zum 31.12.2026 beenden will.
Seit über 50 Jahren eröffnet der GF-H jungen zugewanderten Menschen Teilhabechancen, schafft Bildungsperspektiven und Chancengerechtigkeit und stärkt damit auch unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Darüber hinaus leistet der GF-H einen wichtigen Beitrag um dem akuten Fachkräftemangel in akademischen Berufen, insbesondere im MINT- und Gesundheitsbereich, entgegenzuwirken.
Über eine baldige Antwort von Ihnen freue ich mich!
Mit freundlichen Grüßen
Dorothea W.
Guten Tag,
das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat den Trägerorganisationen der Beratungsstellen am 29. Mai 2026 schriftlich mitgeteilt, dass das Bundesprogramm „Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule (GF-H)“ nach mehr als 60 Jahren zum 31. Dezember 2026 eingestellt wird. Diese Entscheidung erfolgte ohne öffentliche oder parlamentarische Debatte und ohne eine transparente und nachvollziehbare Begründung.
Die Einstellung des GF-H zum Jahresende 2026 würde nicht nur den betroffenen jungen Menschen unmittelbar schaden, sondern auch die über Jahrzehnte aufgebauten Netzwerke, wie Träger und Beratungsstellen unwiederbringlich zerstören. Damit würde auch eine wichtige Struktur zur Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte nachhaltig beschädigt, mit negativen Folgewirkungen in der Zukunft.
Die Entscheidung zur Programmeinstellung fällt in eine Zeit, in der der Bundeshaushalt 2027 massive Kürzungen im BMBFSFJ vorsieht und zugleich der Verteidigungshaushalt auf rund 106 Milliarden Euro angehoben werden soll. Die geplante Abwicklung des GF-H ist nach Ansicht der Antragstellenden damit ein fatales bildungspolitisches Signal, da die Integration junger Eingewanderter der Aufrüstung geopfert wird.
Bildung ist ein Menschenrecht. Das gilt für alle Menschen, die in Deutschland leben, unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus und dem Weg, auf dem sie gekommen sind. Ein Staat, der auf Fachkräfteeinwanderung und gesellschaftliche Integration setzt, darf nicht wichtige Bundesstrukturen zerschlagen, die genau diese Integration in den Bildungsbereich ermöglichen sollen.
Viele Grüße

