Inwiefern befürworten Sie das klassische Familienmodell: Mutter, Vater, Kinder?
Sehr geehrte Frau Reicheneck,
ich mache mir große Sorgen um eine Destabilisierung unserer Gesellschaft indem das klassische Familienmodell aufgeweicht wird. Verstehen Sie mich nicht falsch. Gott liebt jeden Menschen so wie er ist und wir haben von Gott Entscheidungsfreiheit bekommen, nach welchen Werten jeder leben möchte. Von daher akzeptiere ich auch jeden Menschen so wie er ist, aber ich habe den Eindruck, dass momentan vor allem die Kinder indoktriniert werden sollen - weg von den biblischen Werten, da möchte man als Christ seine Kinder gar nicht mehr in Kitas oder die Schule schicken. Ich mache mir große Sorgen um eine Destabilisierung unserer Gesellschaft. Unsere Werte gehen mehr und mehr verloren. Ohne Gott werden wir mehr und mehr untergehen. Ich bete dafür, dass Gott wieder mehr Raum in unserer Gesellschaft findet. Mit den biblischen Werten wird unser Land Segnung und Stärkung finden.
Guten Tag,
danke, dass Sie Ihre Sorge mit mir teilen. Ich möchte Ihnen eine ergänzende Perspektive anbieten:
Familie ist dort, wo Menschen füreinander soziale Verantwortung übernehmen, unabhängig von Trauschein und sexueller Orientierung. Das sehe ich nicht als Widerspruch zu christlichen Werten, sondern als deren Ausdruck: Der wichtigste Aspekt ist die Nächstenliebe. Gesellschaften, die verschiedene Lebensmodelle akzeptieren, entwickeln oft mehr Stabilität, weil Menschen ihre authentische Identität ausleben können und dadurch psychisch gesünder und produktiver sind. Das stärkt den sozialen Zusammenhalt.
Pluralistische Bildung, die verschiedene Lebensformen sachlich erwähnt, ist keine Indoktrination, sie ist Orientierungshilfe. Sie bereitet Kinder darauf vor, in einer vielfältigen Gesellschaft respektvoll miteinander zu leben, ohne dabei eigene Werte aufzugeben.
Viele Grüße
Heidi Reichinnek

