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Gabriele Molitor
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Frage von Wolfgang W. •

Frage an Gabriele Molitor von Wolfgang W. bezüglich Gesundheit

Zur Zeit soll die Frage der Organspende neu geregelt werden. Was spricht dagegen, wenn sich jeder Erwachsene EINMAL im Leben entscheiden muss, ob er grundsätzlich als Organspender zur Verfügung steht, diese Entscheidung aber auch jederzeit widerrufen kann (aber nur AKTIV per Antrag!).
Diejenigen, die sich gegen die Bereitschaft zur Organspende entscheiden, VERZICHTEN damit aber auch ausdrücklich darauf, selbst als Organ-Empfänger in Frage zu kommen.
Das halte ich für eine faire und ethisch/moralisch vertretbare Regelung!

Porträtfoto Gabriele Molitor
Antwort von
FDP

Sehr geehrter Herr Wettling,

es ist ein großer Erfolg, dass alle Fraktionen einen gemeinsamen Gesetzentwurf zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz erarbeitet haben.

Dass in Zukunft die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig durch die Krankenkassen und die kommunalen Bürgerämter mit Informationsmaterial und Spendeausweisen versorgt werden ist ein Novum und eine grundlegende Verbesserung. Damit wird zum ersten Mal der Großteil der Menschen in unserem Land erreicht.

Manchen geht unser Gesetzentwurf nicht weit genug. Ich habe größtes Verständnis dafür, dass Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, auf mehr Druck in der Organspende hoffen. Wir dürfen aber die Befürchtungen der Bevölkerung, also der möglichen Spender, nicht aus den Augen verlieren.

Deswegen war die Widerspruchslösung für die Liberalen keine Alternative. Für mich und meine Fraktion ist klar, dass eine solche Entscheidung freiwillig bleiben muss. Einem fremden Menschen seine Organe zu hinterlassen ist ein Akt der Nächstenliebe, bei dem der Charakter der Spende erhalten bleiben muss. Der Staat kann Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit nicht gesetzlich verordnen. Während Befürworter einer Widerspruchslösung auf die Trägheit der Bürger hoffen, setzen wir mit der Entscheidungslösung auf eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema und eine bewusste Entscheidung für die Organspende.

In einem Klima der freien Entscheidung – davon bin ich überzeugt – werden sich mehr Menschen für eine Organspende entscheiden als unter Zwang. Allen Versuchen, Druck auszuüben oder eine Entscheidung zu erzwingen sind wir vehement entgegengetreten. Dazu gehört auch, dass jeder die Freiheit hat, sich nicht zu entscheiden. In dieser Freiheit liegt aber auch eine Verantwortung – auch gegenüber den Menschen, die man liebt und denen eine solche Entscheidung nicht auferlegt werden sollte.

Mit dem neuen Gesetz schaffen wir Vertrauen und Transparenz und sorgen für eine breite gesellschaftliche Diskussion. Das ist die richtige Grundlage, um den Bürgerinnen und Bürger die Entscheidung für eine Organspende zu erleichtern.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Molitor