Was hat die heutige Bundesregierung nach Ihrer Abwahl in der Opposition vor? Wird man sich der AFD anbiedern? Ich Frage hier für einen Freund. (Ich bin kein AFD Wähler und will es auch nicht werden)
Ich bin Jahrgang 1967 und habe durchgehend gearbeitet.Ich erreiche in 2 Jahren die Rente für besonders langjährig Versicherte.
Nach aktuellen Diskussionsstand wäre der Jahrgang 1967 als erstes von der Verlängerung bis zum 67 Lebensjahr betroffen.
Dank meines Geburtsdatums wäre ich also 13 Tage zu „spät“ dran.
Ich habe mein Leben bereits lange auf die Rente mit 65 vorbereitet.
So wie mIr wird es vielen in der derzeitigen Stammwählerschaft der CDU ergehen.
Glaubt jemand das es für irgend jemanden einen Vorteil bedeutet wenn ich länger arbeiten muss.
Für die CDU, für den Arbeitgeber, oder für mich?
Dieser Versuch wird der Wirtschaft und auch den Krankenkassen massiv Schaden.
Sehr geehrter Herr W.,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich möchte auf das eingehen, was Sie persönlich betrifft – Ihre Rente.
Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen um die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte: Sie haben die 45 Beitragsjahre bald zusammen, hatten den Renteneintritt mit 65 fest eingeplant – und müssten nun damit rechnen, stattdessen bis 67 zu arbeiten oder mit dauerhaften Abschlägen früher zu gehen. Diese Sorge ist berechtigt.
Die Kommission empfiehlt, die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte – nach 45 Beitragsjahren, für Ihren Jahrgang mit 65 – abzuschaffen. Wenn Sie darauf Ihre Lebensplanung aufgebaut haben, ist das ein ernster Einschnitt, und Ihr Einwand trifft einen wunden Punkt: Wer eine Regel jahrzehntelang zur Grundlage seiner Entscheidungen gemacht hat, darf sie nicht wenige Jahre vor dem Ziel weggenommen bekommen. Die Kommission selbst hat festgehalten, dass eine Abschaffung nur unter Wahrung des verfassungsrechtlich gebotenen Vertrauensschutzes erfolgen kann – es wird also zwingend eine Übergangsregelung geben müssen. Und für die Regelaltersgrenze empfiehlt sie ausdrücklich einen Vorlauf von mindestens fünf Jahren, damit rentennahe Jahrgänge nicht kurzfristig umplanen müssen.
Genau an dieser Stelle liegt Ihr stärkstes Argument, und ich nehme es mit in die Beratungen: Ein harter Stichtag, bei dem wenige Tage über zwei Jahre Lebensarbeitszeit entscheiden, ist keine tragfähige Lösung. Wenn ein solcher Übergang kommt, muss er gleitend ausgestaltet sein und den rentennahen Jahrgängen ausreichend Vorlauf lassen. Wer nur Wochen nach einer Grenze geboren ist, darf nicht das Gefühl haben, sein Geburtsdatum sei zur Lotterie geworden. Darauf werde ich im Verfahren hinweisen.
Sie fragen, wem es nützt, wenn Sie länger arbeiten. Das ist eine berechtigte Frage, und sie verdient eine ehrliche Antwort statt einer Beschwichtigung. Für Sie persönlich bedeutet jeder zusätzliche Monat zunächst einen Monat weniger Ruhestand; daran ändert die etwas höhere Rente, die dabei herauskommt, wenig. Der Grund für die Debatte liegt woanders: In den kommenden Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, und immer weniger Beitragszahler tragen immer mehr Renten. Diese Last verschwindet nicht, wenn man sie nicht verteilt – sie landet dann bei den Beiträgen der heute Jüngeren oder beim Rentenniveau, also bei den Renten selbst. Es geht dabei nicht um einen Vorteil für eine Partei oder für Arbeitgeber, sondern um die Frage, wer den demografischen Wandel bezahlt. Dass das für Sie persönlich unbefriedigend bleibt, ist mir bewusst.
Ihre Sorge um Gesundheit und Krankenkassen teile ich im Ansatz. Sie ist der Grund, warum die Kommission die Altersgrenzen nicht isoliert betrachtet: Vorgesehen sind unter anderem eine neue Schutzrente für langjährige Beitragszahler, die aus gesundheitlichen Gründen in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten können – ausdrücklich ohne dass sie auf irgendeine andere Tätigkeit verwiesen werden dürfen –, ein Reha-Budget nach tatsächlichem Bedarf und ein Gesundheits-Check ab 45. Der Grundsatz muss sein: Wer nicht mehr kann, soll nicht weiterarbeiten müssen. Ob das trägt, entscheidet sich an der Ausgestaltung, und daran werden wir uns messen lassen müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Fritz Güntzler, MdB

