Frank Zimmermann
SPD

Frage an Frank Zimmermann von Abeoreg Ervznaa bezüglich Verbraucherschutz

10. Mai 2009 - 19:45

Sehr geehrter Herr Zimmermann,

für meine Wahlentscheidungen wird zunehmend wichtig, für welche Weltanschauungen bzw. Konfessionen sich die KandidatInnen bzw. die zu wählenden Parteien einsetzen. Die größte Gruppe in Deutschland sind seit einigen Jahren konfessionsfreie (meist Humanisten, Atheisten, Agnostiker), ohne das sich das bei den Parteien widerspiegelt (im jetzigen Bundestag bekennt sich nur eine Abgeordnete zur Konfessionsfreiheit). Mich würde interessieren, wie Sie als Europaabgeordneter bzw. Ihre Partei mit dieser Gruppe umgeht und wie sie die Interessen dieser Gruppe vertreten wollen.

Frage von Abeoreg Ervznaa
Antwort von Frank Zimmermann
27. Mai 2009 - 14:37
Zeit bis zur Antwort: 2 Wochen 2 Tage

Sehr geehrter Herr Reimann,

vielen Dank für Ihre Frage.

Die SPD bekennt sich seit jeher dazu, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Motiven für ein gemeinsames Ziel zusammentun. Die Grundhaltung - ob nun konfessionell gebunden, Humanist oder Atheist - prägt den Einzelnen, tritt aber hinter das gemeinsame Ziel einer freien und gleichen Gesellschaft zurück. So sind denn auch viele konfessionsgebundene ebenso wie viele konfessionsfreie Menschen Mitglied der SPD.

In der Politik kommt es darauf an, in konkreten Abwägungsprozessen zu einem Interessenausgleich zu gelangen. So hat sich der Berliner Senat dafür ausgesprochen, statt eines Wahlpflichtfachs Religion einen für alle Schülerinnen und Schüler der Oberschule verbindlichen Ethikunterricht einzuführen. Die Berliner SPD hat diese Position auch in einem Volksentscheid vertreten und die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger davon überzeugt, dass ein kofessionsungebundener Ethikunterricht für alle Vorrang haben muss. Die Abwägung führte in dieser Frage dazu, dass in einer Stadt wie Berlin, in der die Vielfalt an Glaubensbekenntnissen und Lebensentwürfen kaum größer sein kann, ein gemeinsamer Ethikunterricht zur Wertevermittlung unerlässlich ist.

Dieses Beispiel mag zeigen, dass die humanistische, konfessionsfreie Weltanschauung in der Berliner SPD ihren Platz hat.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Zimmermann