Unabhängigkeit von Microsoft: Leitlinie der Bayern-SPD?
Sehr geehrter Herr von Brunn,
mit großem Interesse habe ich Ihre Positionierung zum Einsatz von Microsoft-Produkten im Freistaat Bayern vernommen, die ich so teile.
Es ist strategisch falsch, sich mit großen Teilen der IT-Infrastruktur von einem nicht europäischen Hersteller abhängig zu machen, der aufgrund seiner Marktmacht die Preise diktieren und Wettbewerber verdrängen kann.
Auch die Stadtverwaltung Nürnberg begibt sich leider "in die Fänge" von Microsoft. Ein entsprechendes Projekt läuft. Es gilt zu befürchten, dass in diesem Zuge auch Verträge mit innovativen, deutschen (auch bayerischen) Unternehmen gekündigt bzw. nicht verlängert werden, was ich auch wirtschaftspolitisch für falsch halte.
Nun fällt die Nürnberger IT in den Verantwortungsbereich Ihres Parteigenossen Thorsten Brehm.
Wird hier gegen die Leitlinie der Bayern-SPD verstoßen oder ist die Positionierung für digitale Souverenität Ihre persönliche und nicht die der Bayern-SPD?
Hallo,
meine Positionierung ist die Position der SPD-Landtagsfraktion in Bayern. Ich halte sie persönlich natürlich auch für richtig.
Die Stadt Nürnberg trifft eigenständige Entscheidungen, die sicher auch immer von der jeweiligen Koalition und dem Oberbürgermeister abhängen.
Ich bin allerdings der Meinung, dass der Freistaat Bayern zuerst - wie das z.B. Schleswig-Holstein tut - die Voraussetzungen für open source in der öffentlichen Verwaltung schaffen muss.
Mit freundlichen Grüßen
Florian von Brunn

