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Felix Schreiner
CDU
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Frage von Dagmar S. •

Sehr geehrter Herr Schreiner, sind Sie sich dessen bewusst, dass durch eine Budgetierung der Psychotherapie die Versorgun gerade für gesetzlich versicherte schlechter wird? Was tun Sie dagegen?

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Antwort von CDU

Vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte: 

Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten, flächendeckenden und wohnortnahen psychotherapeutischen Versorgung ist mir ein wichtiges Anliegen. Gerade in einer Zeit, in der psychische Belastungen im Alltag, im Beruf und im familiären Umfeld zunehmen, brauchen Menschen einen verlässlichen und zeitnahen Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung. Deshalb nehme ich die Sorgen vieler gesetzlich Versicherter sehr ernst.

Gleichzeitig ist es wichtig, die aktuellen Entwicklungen differenziert zu betrachten. Die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wird nicht unmittelbar durch die Politik festgelegt, sondern im Rahmen der gemeinsamen Selbstverwaltung zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband geregelt. Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat hierzu am 11. März 2026 eine Anpassung beschlossen, die auf den aktuellen Kostenstrukturdaten des Statistischen Bundesamtes basiert. Dabei wurde zwar eine Reduzierung bestimmter Vergütungsbestandteile beschlossen, zugleich aber auch die Strukturzuschläge deutlich erhöht, um insbesondere gestiegene Personalkosten zu berücksichtigen. Zudem sind wichtige Leistungen wie probatorische Sitzungen ausdrücklich von den Anpassungen ausgenommen. Nach den derzeitigen Berechnungen wird insgesamt weiterhin von einer leicht positiven Entwicklung der Gesamthonorare ausgegangen.

Das Bundesministerium für Gesundheit prüft derzeit, ob der Beschluss rechtmäßig zustande gekommen ist. Gleichzeitig läuft bereits ein gerichtliches Verfahren gegen die Entscheidung des Bewertungsausschusses. Das zeigt, dass die Auswirkungen der Beschlüsse intensiv überprüft werden.

Unabhängig davon bleibt die Herausforderung bestehen, die psychotherapeutische Versorgung weiter zu verbessern. Dazu gehören aus meiner Sicht insbesondere kürzere Wartezeiten, eine bessere Steuerung freier Therapieplätze sowie eine stärkere Unterstützung von niedrigschwelligen und präventiven Angeboten. Klar ist aber auch: Die Attraktivität des Berufsbildes muss erhalten bleiben, damit auch künftig ausreichend Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten für die Versorgung zur Verfügung stehen.

Für mich steht fest: Menschen, die psychotherapeutische Hilfe benötigen, müssen diese auch künftig verlässlich und zeitnah erhalten können. Dafür werde ich mich weiterhin einsetzen.

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