Porträt Doris Achelwilm
Doris Achelwilm
Die Linke
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Frage von Marcel K. •

Wie rechtfertigen sie das die Beitrags Zahlungen immer höher werden, die Leistungen aber immer mehr abbauen?

Guten Tag, Marcel K. mein Name. Ich brauche seit Jahren eine Brille und habe seit Jahren mit meinen Zähnen zu kämpfen. Dies muss ich alles selber zahlen, während die Beiträge erhöht werden. Ich habe es mir nicht ausgesucht, dass meine Augen schlecht sind und ich eine Brille brauche – zum Lesen, zum Arbeiten etc. Dennoch muss ich sie selbst zahlen, obwohl es definitiv zur Gesundheit gehört. Ebenso kann ich wenig dafür, dass mein Zahn bricht und ich Zahnersatz brauche, da es sonst sehr starke Schmerzen sind. Das muss ich auch selbst zahlen, dabei fällt auch dies zu 100 % in das Thema Gesundheit und Krankenkassen.

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Marcel K. 

vielen Dank für Ihre Frage und Kritik! Ich halte die Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland zur Zwei-Klassen-Medizin für falsch und Ihren Ärger darüber für sehr gerechtfertigt. Dass die Beiträge für viele Versicherte steigen, während gleichzeitig unabwendbare Leistungen wie z.B. Brillen weitgehend selbst bezahlt werden müssen, macht unser Gesundheitssystem zunehmend ungerecht und lückenhaft. 

Ein Problem bei der Finanzierung der GKV ist, dass viele Menschen mit hohen Einkommen sich dieser gesetzlichen Krankenversicherung entziehen können, z.B. Beamtinnen und Beamten, Abgeordnete, Selbstständige oder Angestellte, deren Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Ich selbst bin freiwillig gesetzlich versichert. Wenn Gutverdienende reihenweise zu Privatversicherungen wechseln, fehlt deren Beitrag in den Kassen für die Allgemeinheit. Gleichzeitig gibt es auch in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Beitragsbemessungsgrenze. Im laufenden Jahr 2026 werden Beiträge nur auf den Einkommensanteil bis 5.812,50 Euro im Monat erhoben. Wer mehr verdient, zahlt auf den darüberliegenden Teil seines Einkommens keine weiteren Beiträge. Das bedeutet, dass hohe Einkommen und Einkommensarten wie z.B. Kapitaleinkünfte und Mieterträge nicht zur Finanzierung beitragen, was bei einer solidarischen Versicherung, wie wir sie als Linke fordern, der Fall wäre. 

Die Linke will die Finanzierung der Gesundheitsversorgung gerechter und stabiler machen. Unser Modell ist eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, in die alle gemäß ihrem Einkommen einzahlen - auch Menschen mit sehr hohen Einkommen, Selbständige und bislang Privatversicherte. Die Beitragsbemessungsgrenze soll wegfallen. Damit würden die Lasten fairer verteilt, Beiträge für kleine und mittlere Einkommen könnten sinken. Medizinisch notwendige Leistungen wie Zahnersatz und Brillen müssen grundsätzlich von der Versicherung übernommen werden. 

Meine Überzeugung ist: Gesundheitsversorgung darf nicht der Profitmaximierung dienen. Und sie darf nicht vom persönlichen Geldbeutel abhängen, sondern gehört zur allgemeinen Daseinsvorsorge. Alle müssen sich im Krankheitsfall darauf verlassen können, angemessen versorgt zu werden, hinter diese Garantie sollten wir in einem reichen Land nicht zurückfallen. 

Mit freundlichen Grüßen
Doris Achelwilm

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