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Doris Achelwilm
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Frage von Moritz Z. •

Wie stehen Sie zur Finanzierung queerer Jugendverbandsarbeit durch die Bundesregierung?

Seit 1990 wird die Arbeit des Jugendnetzwerk Lambda e.V. durch Mittel aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes mitfinanziert. Seit 2018 besteht dafür eine Rahmenvereinbarung, welche die finanzielle Grundlage der bundesweiten Jugendverbandsarbeit bildet. Die Sachberichte der vergangenen Jahre wurden ohne Beanstandungen geprüft und die Arbeit des Verbands immer wieder fachlich anerkannt und gelobt. Doch nun hat Bundesministerin Karin Prien die Rahmenvereinbarung mit dem queeren Jugendnetzwerk Lambda e.V. zum Jahresende 2026 überraschend gekündigt.

Durch die Kündigung durch das Ministerium steht die Jugendverbandsarbeit zum Ende des Jahres nun vor dem Aus.

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Antwort von Die Linke

Hallo Moritz Z.,

vielen Dank, dass Sie auf die Kündigung der Rahmenvereinbarung des Bundes mit dem Jugendnetzwerk Lambda e.V. aufmerksam machen. Die Bundesregierung ist mit ihrem Kürzungskurz in die komplett falsche Richtung unterwegs und muss diese Entscheidung zurücknehmen. 

Was hier passiert, ist mehr als eine einzelne Sparmaßnahme: Das Familienministerium will nach 36 Jahren die verlässliche Grundfinanzierung für einen Verband streichen, der queeren Jugendlichen bundesweit Beratung, Räume und Vernetzung bietet. Das ist nicht einfach ein Verwaltungsakt in Zeiten knapper Kassen, sondern der Entzug existenzieller Unterstützung in Zeiten, die für queere Jugendliche gerade im ländlichen Raum bedrohlicher werden. Der Verweis des Ministeriums auf mögliche Projektförderung ist kein Ersatz: Jugendverbandsarbeit braucht verlässliche Kontinuität und es ist Aufgabe der Bundesregierung, funktionierende Regelstrukturen der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken statt zu schwächen.

Diese Kürzung reiht sich ein in eine Politik, die zivilgesellschaftliches Engagement für Minderheiten systematisch schwächt – während gleichzeitig im Haushalt 2027 Rekordsummen für Rüstung eingeplant werden. Das ist eine politische Prioritätensetzung, die ich als Abgeordnete entschieden ablehne. Als Linksfraktion fordern wir, die Kündigung der Rahmenvereinbarung mit Lambda zurückzunehmen. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass Lambda die notwendige Planungssicherheit zurückerhält und queere Jugendverbandsarbeit bedarfsgerecht finanziert wird. Lambda schafft unerlässliche Angebote und Strukturen, die angesichts der Umstände ausgebaut statt gekürzt werden müssen. Der offene Appell zahlreicher Organisationen zur notwendigen Absicherung des Jugendnetzwerks unterstreicht diese Bedeutung, die Bundesregierung sollte ihre Entscheidung dringend überdenken und die Kündigung der Rahmenförderung zurücknehmen.

Mit besten Grüßen
Doris Achelwilm

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