Porträt Doris Achelwilm
Doris Achelwilm
Die Linke
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Frage von Reinhard G. •

Wie denken Sie über den Einfluss des großen US-Finanzakteurs BlackRock? Er ist an Vonovia, Rheinmetall, der Deutschen Bank, vielen weiteren DAX-Konzernen und europäischen Firmen und Banken beteiligt.

Verdient BlackRock so doppelt und möglicherweise auch dreifach – an öffentlichen Aufträgen, wie zum Beispiel Rüstungsaufträgen und den Krediten, die dafür aufgenommen werden, bei Banken, an denen auch BlackRock beteiligt ist, usw. ?

BlackRock ist auch an großen Versicherungen beteiligt. Verdient BlackRock beispielesweise auch an der Rentenreform? Falls ja – wie?

Könnte es auch, weil BlackRock an konkurierenden Unternehmen beteiligt ist, Wettbewerbsverzerrungen geben, die für die Verbraucher nachteilig sind?

Sehen Sie hier ein Problem? Falls ja – wie könnte dem begegnet werden?

Könnte das Kartellrecht so erweitert werden, dass die Summe der Beteiligungen eines großen Finanz-Akteurs begrenzt wird?

https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRock

https://lobbypedia.de/wiki/Blackrock

Welche Rolle spielt BlackRock in der deutschen Politik und Wirtschaft?

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Herr G.,

vielen Dank für Ihre Zuschrift! BlackRock ist ein Beispiel dafür, wie groß die Macht globaler Vermögensverwalter inzwischen geworden ist. Der Finanzkonzern hält Beteiligungen an zahlreichen großen deutschen und europäischen Unternehmen. Dabei verwaltet BlackRock vor allem das Geld seiner Kundinnen und Kunden und verdient an Gebühren für die Vermögensverwaltung und Dividenden seiner Unternehmensbeteiligungen. 

Ihre Frage nach "doppelten" oder "dreifachen" Einnahmequellen ist trotzdem berechtigt. Wenn ein Finanzinvestor an Unternehmen, Banken und Versicherungen beteiligt ist, können unterschiedliche Geschäftsbeziehungen mittelbar zusammenwirken. Das ist kein automatischer Gewinnmechanismus, zeigt aber, wie stark sich Finanzmacht auf verschiedene Bereiche der Wirtschaft ausdehnen und potenzieren kann. 

Besonders kritisch sehe ich die Rolle solcher Finanz-Player aktuell bei der privaten Altersvorsorge. BlackRock hat sich 2026 ausdrücklich in die Reform der privaten Altersvorsorge eingebracht und für eine stärkere Kapitalmarkt-basierte Vorsorge eingesetzt. Auch zur sog. Frühstartrente hat das Unternehmen Lobbyarbeit betrieben. Wenn künftig mehr staatlich gefördertes oder Steuergeld in Fonds und andere Kapitalmarktprodukte fließt, entsteht damit ein größerer Markt für Vermögensverwalter wie BlackRock und eine politische Unwucht. 

Aus linker Sicht ist diese Entwicklung hochproblematisch: Altersvorsorge, Wohnen und andere Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge sollten von den Interessen der Finanzmärkte möglichst unabhängig sein. Es kann nicht sein, dass öffentliche Fördermittel letztlich dem Finanzmarkt zugeführt werden, wo am Ende die Renditeinteressen von Investoren zählen. 

Als Linke setzen wir uns für eine deutlich stärkere Regulierung und Begrenzung der Finanzmärkte ein. Finanzgeschäfte sollen sich am Gemeinwohl und an der Realwirtschaft orientieren und nicht umgekehrt. Wir wollen spekulative Geschäfte zurückdrängen, Banken stärker kontrollieren und den Finanzsektor verkleinern. Es braucht eine Finanztransaktionssteuer, strengere Aufsicht und einen "TÜV", damit Finanzprodukte nicht erst nach einer Krise reguliert werden, sondern nur dann auf den Markt kommen, wenn sie einen gesellschaftlichen oder gesamtwirtschaftlichen Nutzen haben. Ihre Anregungen nehmen wir mit.

Beste Grüße
Doris Achelwilm

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