Warum wird der Wunsch nach Erhalt des Berliner SEZ ignoriert? Warum die Eile beim Abreißen, weswegen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September?
Sehr geehrte Frau Wein,
Ich bin für den Erhalt des SEZ.
Die notwendige Schaffung bezahlbarer Wohnungen erfordert den Abriss des SEZ nicht. Das SEZ hatte eine wichtige Freizeit- und Erholungsfunktion und bietet auch künftig dieses Potential.
Mit freundlichen Grüßen
Juliane von B.
Ich kann gut verstehen, dass viele Berlinerinnen und Berliner sich für den Erhalt des SEZ einsetzen. Das Gebäude ist für viele mit persönlichen Erinnerungen verbunden und Teil der Berliner Stadtgeschichte. Dieses Engagement verdient Respekt und muss in die Abwägung einbezogen werden.
Gleichzeitig trägt Politik Verantwortung für das Gemeinwohl der gesamten Stadt. Eine der größten Herausforderungen Berlins ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Gerade auf landeseigenen Flächen müssen wir deshalb sehr genau prüfen, wie wir zusätzlichen Wohnraum schaffen und Flächen so nutzen können, dass möglichst viele Berlinerinnen und Berliner davon profitieren.
Beim SEZ dürfen wir daher nicht nur die Frage „Erhalt oder Abriss?“ stellen. Entscheidend ist, welche Lösung langfristig den größten Nutzen für die Stadt bietet. Dazu gehören neuer und bezahlbarer Wohnraum, eine sinnvolle soziale Infrastruktur, eine wirtschaftlich tragfähige Nutzung und ebenso die Frage, welche Teile der bestehenden Bausubstanz erhalten und in ein neues Konzept integriert werden können.
Ein Erhalt um jeden Preis wäre aus meiner Sicht genauso wenig verantwortungsvoll wie ein Abriss, ohne ernsthaft Alternativen geprüft zu haben. Wenn sich Denkmalschutz, Bestandserhalt und die Schaffung vieler neuer Wohnungen sinnvoll miteinander verbinden lassen, muss eine solche Lösung eine faire Chance bekommen.
Auch die Abgeordnetenhauswahl darf für den Zeitpunkt einer solchen Entscheidung keine Rolle spielen. Bei einem Projekt, das Berlin über Jahrzehnte prägen wird, müssen Fakten, Wirtschaftlichkeit und das Gemeinwohl den Ausschlag geben und nicht der Wahlkalender.
Als CDU stehen wir dafür, dass Berlin schneller neuen Wohnraum schafft und zugleich verantwortungsvoll mit landeseigenen Flächen und Steuergeld umgeht. Bürgerbeteiligung ist dabei wichtig. Sie bedeutet aber auch, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und am Ende eine Entscheidung zu treffen, die der Stadt als Ganzes dient.

