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Christos Pantazis
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Frage von Katja U. •

Wann findet endlich die Entscheidung über den Entschließungsantrag Psychotherapie statt? Praxen = Unternehmen müssen planen können.

Sehr geehrter Herr Dr. Pantazis,
mit großer Sorge verfolge ich die Entwicklungen rund um die psychotherapeutische Versorgung nach dem Beschluss des Sparpakets im Juli. Die Ankündigung der Koalition, Versorgungsrisiken über einen Entschließungsantrag abzufangen, ist ein wichtiges Signal. 
Praxen sind jedoch Wirtschaftsunternehmen und auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. Aktuell herrscht massive Planungsunsicherheit: Wie sollen Praxissitze, Angestelltenverhältnisse und Weiterbildungsstellen kalkuliert werden, wenn unklar ist, wann und in welchem konkreten Umfang die angekündigten Maßnahmen wirksam werden?
Wann ist mit der finalen Beratung und Entscheidung über den Entschließungsantrag im Bundestag zu rechnen? Und welche konkreten Schritte sind geplant, um Praxen kurzfristig Planungssicherheit bei der Versorgungs- und Stellenplanung zu geben?
Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung und freue mich auf Ihre Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
Katja U.

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau U.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre berechtigten Hinweise zur Planungssicherheit psychotherapeutischer Praxen.

Ich kann Ihre Sorgen gut nachvollziehen. Psychotherapeutische Praxen tragen nicht nur eine große Verantwortung für die Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten, sondern müssen zugleich wirtschaftlich tragfähig arbeiten. Verlässliche Rahmenbedingungen sind deshalb unverzichtbar – gerade mit Blick auf Beschäftigungsverhältnisse, Praxisübernahmen und die Schaffung von Weiterbildungsstellen.

Zunächst möchte ich einen wichtigen Punkt klarstellen: Der von Ihnen angesprochene Entschließungsantrag wurde bereits im Juli im Zusammenhang mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom Deutschen Bundestag beschlossen. Eine erneute Entscheidung über diesen Antrag steht daher nicht aus. Entscheidend war vielmehr die gesetzliche Umsetzung der darin angekündigten Verbesserungen. Hier sind wir inzwischen einen wichtigen Schritt weiter: Am 15. Oktober 2026 hat der Deutsche Bundestag im Rahmen der Reform der Notfallversorgung entsprechende gesetzliche Nachbesserungen beschlossen, für die wir uns als SPD-Bundestagsfraktion ausdrücklich eingesetzt haben.

Konkret ist vorgesehen, dass die psychotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen weiterhin außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit zu festen Preisen vergütet wird. Auch für bestimmte Leistungen zur Versorgung schwer psychisch erkrankter Menschen sowie für psychotherapeutische Akutbehandlungen sind unter den gesetzlich festgelegten Voraussetzungen Ausnahmen von der Budgetierung vorgesehen. Darüber hinaus werden bereits genehmigte und zum Jahresende noch laufende Therapien vor Honorarbegrenzungen und -minderungen geschützt. Diese Regelungen sollen zum 1. Januar 2027 wirksam werden. Damit schaffen wir wichtige gesetzliche Voraussetzungen für mehr Planungssicherheit und stärken zugleich die Versorgung besonders schutzbedürftiger Patientengruppen.

Mir ist allerdings bewusst, dass damit nicht sämtliche wirtschaftlichen Unsicherheiten der Praxen beseitigt sind. Wie sich die Vergütung im Einzelfall tatsächlich entwickelt, hängt auch von den weiteren vergütungsrechtlichen Festlegungen und der Honorarverteilung durch die jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen ab. Deshalb wäre es unseriös, bereits heute verbindliche Aussagen über die konkrete Honorarentwicklung einzelner Praxen zu treffen. Als Arzt und gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist mir besonders wichtig, dass wir die psychotherapeutische Versorgung nicht nur kurzfristig absichern, sondern langfristig stärken. Dazu gehören wirtschaftlich tragfähige Praxen, verlässliche Beschäftigungsperspektiven und gute Rahmenbedingungen für die Weiterbildung des psychotherapeutischen Nachwuchses.

Für mich steht fest: Eine gute psychotherapeutische Versorgung braucht nicht nur qualifizierte Fachkräfte, sondern auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen, damit diese ihre wichtige Arbeit dauerhaft leisten können. Dafür werde ich mich weiterhin mit Nachdruck einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christos Pantazis MdB 

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