Wie bewerten Sie finanzpolitisch Ministerin Reiches Plan, die Systemkosten des Netzausbaus durch einen entschädigungslosen Redispatch auf private Solar-Betreiber abzuwälzen?
Sehr geehrter Herr Görke,
als Vorsitzender des Finanzausschusses haben Sie einen scharfen Blick für Kostendeckung und versteckte Umverteilungen. Wirtschaftsministerin Reiche begründet die Kappung der Einspeisevergütung und den neu geplanten, entschädigungslosen Redispatch (Abregelung von Anlagen bei Netzüberlastung) mit angeblich zu hohen "Systemkosten". Sie deklariert Ausgaben für Netze und Erneuerbare dabei de facto als Kosten und nicht als langfristige Investitionen.
Gleichzeitig entlastet der Wegfall der Entschädigungen große Netzbetreiber (wie Reiches Ex-Arbeitgeber Westenergie) massiv. Das finanzielle Risiko für den schleppenden Netzausbau tragen künftig Bürger und Handwerker mit Solaranlagen.
Wie bewerten Sie diese finanzpolitische Umverteilung zugunsten der Energiekonzerne, und wird Die Linke im Finanzausschuss die Rechenmodelle des Wirtschaftsministeriums zu diesen "Systemkosten" einer kritischen Überprüfung unterziehen?

