Warum setzt sich die SPD nicht dafür ein, dass die Krankenversicherung für Bürgergeldempfänger und Flüchtlinge vollständig aus dem Bundeshaushalt über Steuergelder finanziert wird?
Die gesetzliche Krankenversicherung wird über Beiträge der Versicherten finanziert, Bürgergeldempfänger und Flüchtlinge zahlen aber kaum oder gar nicht selbst in die GKV ein. Stattdessen werden ihre Beiträge nur teilweise aus dem Bundeshaushalt übernommen; die Differenz muss über höhere Beiträge und Zusatzbeiträge der beschäftigten Versicherten ausgeglichen werden. Dadurch tragen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen überproportionalen Teil der Kosten für diese Leistungen, obwohl sie nicht selbst von den beitragsfreien Leistungen profitieren. Gleichzeitig wird die Finanzierung von Bürgergeld und Flüchtlingsleistungen über den Bundeshaushalt als normale Steuerlast aller Bürgerinnen und Bürger angesehen, ohne dass diese ‚unsichtbaren‘ Mehrkosten für die GKV‑Beitragszahler politisch konsequent thematisiert werden. Die SPD fordert zwar allgemein eine Entlastung der Beitragszahler, setzt sich aber nicht für eine vollständige Abdeckung dieser Leistungen aus dem Bundeshaushalt ein.

