Nachhaltigkeitsfaktor plus frühere Rentenreformen führen zu Kürzung d. Netto-Rente der 60er Jahrgänge von über 40% Kaufkraft, warum werden die Arbeitenden belastet und nicht die Reichen?
Sehr geehrte Frau Bas, ich hab immer SPD gewählt, aber was macht Ihr da schon wieder mit den Arbeitenden, warum wird nicht bei den Reichen und den nicht-Erwerbstätigen belastet? Durch den Nachhaltigkeitsfaktor, wird die Rente nach ca. 20 Jahren um ca. mindestens 20% niedriger sein als die Entwicklung der Löhne, das ist also eine Rentenkürzung von erheblichem langfristigen Ausmaß neben der sowieso schon neuerdings vollen Versteuerung der Rente und des stufenweise von Schröder eingesetzen, späteren Renteneintritts. Also im Vergleich zu Rentnern aus den 90ern etwa eine fast Halbierung der Netto Renten kaufkraftbereinigt über die Jahre… das hat Schröder angefangen und macht nun also die SPD unter Bas noch weiter und die Mütterrente ohne Beitragszahlungen bleibt. Warum hat man all die vielen Einzahlungen der 60er Jahrgänge so verschleudert, ich fühle mich verraten, habe immer SPD gewählt und verteidigt. Das ist unglaublich ungerecht den Arbeitenden gegenüber.
Sehr geehrter Herr J.,
die Alterssicherungskommission hat kürzlich ihren Bericht vorgestellt, wie die Alterssicherung angesichts der demografischen Entwicklung auch in Zukunft stabil, gerecht und nachhaltig gestaltet werden kann. Darin wird ein Gesamtpaket an Reformmaßnahmen vorgeschlagen, die sicherstellen, dass alle Generationen mit mindestens demselben oder sogar einem höheren Rentenniveau in Rente gehen können als heute. Hierzu greifen verschiedene Bausteine ineinander: Ein wichtiger Bestandteil ist die Einführung einer gesetzlichen Kapitalrente zusätzlich zum bestehenden Umlagesystem. Die ergänzende Kapitalrente benötigt jedoch eine Ansparphase, bis sie ihre volle Wirkung entfalten kann. Daher wird für die Übergangszeit eine ausgleichende Sonderregelung für rentennahe Jahrgänge geschaffen, so dass auch die rentennahen Jahrgänge mindestens mit dem gleichen Rentenniveau in Renten gehen wie die heutigen Rentnerinnen und Rentner.
Zur Fairness der Reform gehört aber auch, dass alle ihren Beitrag leisten müssen: Der Aufbau des Kapitalstocks ist für die Jüngeren mit zusätzlichen Beitragszahlungen verbunden und mit der von Ihnen angesprochenen Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors werden die laufenden Renten etwas langsamer steigen als die Löhne. Hiermit werden die Auswirkungen der demografischen Entwicklung fair verteilt.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

