Ist eine Rente nach Beitragsjahren nicht ehrlich und gerecht?
Sehr geehrte Fr. Bas,
Ich bin der Meinung, wer 45Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt hat, hat es verdient, unabhängig vom Alter, seine abschlagfreie Rente zu beziehen. Die gesammelten Rentenpunkte spiegeln die eingezahlten Beiträge wieder und somit die Höhe des Rentenanspruches. Jeder, der früher als 45Beitragsjahre in Rente geht, bekommt sowieso nur das was ihm entsprechend der Rentenpunkte zusteht. Das abs. Alter spielt doch hier keine Rolle. Jeder darf solange arbeiten, wie er in der Lage dazu ist.
Akademiker zahlen zwar später ein, dafür mehr und erzielen dadurch mehr Rentenpunkte. Das ist doch ehrlich und gerecht.
Beispiele:
Arbeitsbeginn mit 16Jahren, 45Arbeitsjahre, Rentenbeginn mit 61Jahren, Rente abschlagsfrei
Arbeitsbeginn mit 25Jahren, 45Arbeitsjahre, Rentenbeginn mit 70Jahren, Rente abschlagsfrei
Arbeitsbeginn mit 25Jahren, 42Arbeitsjahre, Rentenbeginn mit 67Jahren, Rente mit Abschlägen
Sehr geehrter Herr D.,
die Alterssicherungskommission hat kürzlich ihren Bericht vorgelegt, wie die Alterssicherung angesichts der demografischen Entwicklung auch in Zukunft stabil, gerecht und nachhaltig gestaltet werden kann. Hierzu gehören auch Empfehlungen zum Renteneintritt.
Die von Ihnen angesprochene Einführung einer Altersrente, die einen Renteneintritt allein nach Beitragsjahren vorsieht, ist von der Alterssicherungskommission nicht empfohlen worden. Der Kommission war es wichtig, stattdessen eine Regelung für diejenigen zu schaffen, die lange eingezahlt haben und kurz vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können. Sie werden nicht mehr auf andere Tätigkeiten verwiesen, sondern können früher in Rente. Die genaue Ausgestaltung bei der Umsetzung bleibt abzuwarten.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

