Astrid Mannes
CDU

Frage an Astrid Mannes von Wraf Jntare bezüglich Bildung und Erziehung

25. März 2020 - 13:23

Hallo Frau Mannes !

Ich bin aktuell 39 Jahre alt und habe vor eineinhalb Jahren noch mal beschlossen Soziale Arbeit zu studieren. Lebenslanges Lernen wird überall gepredigt, aber wenn man es dann mal tatsächlich macht, bekommt man nur Steine in den Weg. Und nun noch Corona. Beispiel: In meinem Alter hat man keinerlei Bafög Zugang mehr. Man ist aber auch nicht erwerbsfähig i.S.d SGBII, also kein Hartz 4. Wohngeld reicht hinten und vorne nicht. Obendrein ist man auch schon lange nicht mehr familienversichert und ich muss mich mit 200€ im Monat freiwillig versichern. Bisher habe ich mein Studium finanziert durch eine Anstellung beim Asta (450€ Job) und dem Verbrauch von der Abfindung meines Vorarbeitgebers diese ist fast aufgebraucht. Der 450€ Job ist durch die Hochschulschließung nicht mehr möglich. Meine Krankenversicherung als Asthmatiker auslaufen lassen in Zeiten von Covid19 ? = Selbstmord.
Wäre es möglich, dass der Staat zeitlich befristet für Studenten meines Alters (es gibt viele davon) wenigstens die freiwilligen Krankenversicherungsbeiträge übernimmt?

Mfg
Wraf Jntare

Frage von Wraf Jntare
Antwort von Astrid Mannes
25. März 2020 - 16:10
Zeit bis zur Antwort: 2 Stunden 47 Minuten

Sehr geehrter Herr Wagner,
nach jetzigen Stand plant die Bunderegierung keine Übernahme der Krankenversicherungsbeiträge von Studenten.
Ich erkenne jedoch das Problem und werde Ihr Anliegen an die zuständigen Fachressorts und Personen weiterleiten.

Darüber hinaus will und muss ich Ihnen mitteilen, dass viele Branchen händeringend nach Aushilfen suchen. Wer jetzt dringend einen neuen Nebenjob braucht, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, für den gibt es einige Alternativen. Denn viele Arbeitnehmer müssen derzeit zu Hause bleiben, weil sie selbst erkrankt oder in Quarantäne sind. Andere kümmern sich wegen der Schulschließung zu Hause um ihre Kinder. Diese Branchen suchen Aushilfen:
- Supermärkte und Drogerien: Der Ansturn auf Lebensmittel und Drogerieartikel ist aktuell riesig. In vielen Supermarktketten kommen die Mitarbeiter kaum mit dem Befüllen der Regale und dem Auspacken der neuen Ware hinterher.
- Logistikbranche: Wer nicht mehr einkaufen kann, bestellt häufig übers Internet. Daher suchen viele Logistikunternehmen und Paketdienste zusätzliche Arbeitskräfte. Vor allem große Onlinehändler planen ihr Personal aufzustocken. Außerdem bieten viele geschlossene Restaurants und Supermärkte zusätzliche Lieferservices an, um Menschen zu versorgen, die nicht mehr vor die Tür gehen können.
- Erntehelfer: Auch die Landwirtschaft hofft auf Hilfe von Studierenden und anderen jungen Menschen. Die Spargelsaison geht bald los - und Erntehelfer aus Osteuropa fehlen.

Sehr geehrter Wagner, die Herausforderung für jeden einzelnen sind derzeit groß, dessen bin ich mir bewusst. Ich bitte Sie daher um Geduld und Vertrauen, denn sollten sich in der Dynamik des Geschehens neue Notwendigkeiten ergeben, werden wir diese schnell umsetzen. Wir werden kurzfristig weiterhin auf aufkommende Problemlagen reagieren.

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen
Astrid Mannes