Astrid Mannes
CDU

Frage an Astrid Mannes von Neghe Haeh bezüglich Gesundheit

23. September 2019 - 18:00

Schade dass Sie meine Frage nicht Konkret beantwortet haben. Aber aus Ihrem Text konnte ich entnehmen dass eine Herdenimunität nicht gewehrleistet werden kann! Da dadurch jeder für sich die Verantwortung trägt, wieso überlässt man diese wichtige Entscheidung der Impfung der Kinder nicht den Personen denen die Gesundheit des Kindes am wichtigsten ist, den Eltern? Wäre es nicht viel wichtiger möglichst alle Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen und zu beweisen das ein Impfstoff mehr nützt als schadet in dem man zum Beispiel geimpfte mit nicht geimpften vergleicht? Sollte die absolute Gewissheit über die Wirkung und Nebenwirkung eines Medikamentes nicht wichtiger sein als der kommerzielle Erfolg eines Unternehmens?

Frage von Neghe Haeh
Antwort von Astrid Mannes
23. September 2019 - 20:53
Zeit bis zur Antwort: 2 Stunden 52 Minuten

Sehr geehrter Herr Unru,

trotz mehrmaligen Hin- und Herschreibens scheinen wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ggf. muss man andere Meinungen dann auch einfach so stehen lassen und akzeptieren.

Ich will aber meine Position erneut erläutern, da sie offenbar nicht rübergekommen ist.

Ich bin für die Masernimpfungen, denn je höher die Impfquote ist, desto höher ist auch der Schutz für die gesamte Bevölkerung. Einen 100prozentigen Impfschutz wird es nicht geben, weil immer vereinzelt Menschen aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Ebenfalls kann es auch einmal vorkommen, dass eine Impfung versagt. Daher geht man davon aus, dass man mit einer Impfpflicht zu einer zumindest 95prozentigen Impfquote kommt.

Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Es kann zu erheblichen Folgeerscheinungen selbst bei Menschen ohne Vorerkrankungen kommen. Dazu zählen Mittelohrentzündungen, Durchfälle, Lungenentzündungen, postinfektiöse Enzephalitis oder die subakute sklerosierende Penenzephalitis, welche fast immer tödlich verläuft. Eine hohe Impfquote in der Bevölkerung führt dazu, dass man die Erkrankungshäufigkeit absenken und Todesfälle vermeiden kann. Nur wenn nahezu alle Menschen geimpft sind, bietet das auch für diejenigen, die nicht geimpft werden können, einen guten Schutz. Menschen, die immun sind, können den Erreger nämlich nicht an ungeschützte Menschen weitergeben.

Die Gesundheit ist ein hohes Gut. Da es bei Masernimpfungen also nicht nur um den Schutz des Einzelnen, der geimpft wird, geht, sondern auch um den Schutz von Dritten, sollten nicht Eltern darüber entscheiden, ob sie ihr Kind impfen lassen oder nicht. Das hat sich leider in der Vergangenheit als unzureichend erwiesen. In Deutschland wurde durch diese liberalere Handhabung das Ziel, die Masern zu eliminieren, bisher verfehlt.

Dieses Ziel zu erreichen ist aber wichtig und wäre ein Segen für die Menschheit. Von daher halte ich es für falsch, die Ausrottung von Masern als "kommerziellen Erfolg eines Unternehmens" abzutun.

Mit freundlichem Gruß
Astrid Mannes