Frage an Andreas Dressel von Fhfnaar Fpurapx-Xbeaqöesre bezüglich Umwelt

19. Januar 2020 - 15:59

Die Hamburger Port Authority (HPA) plant den Bau von Logistikflächen an den Vollhöfner Weiden, auf einem über Jahrzehnte gewachsenen wertvollen Waldgebiet, das Sauerstoff erzeugt und CO2 speichert.
Aktuell haben sich zwei große Reedereien mit ihren Liniendiensten teilweise in andere Häfen umorientiert. Der derzeitig verantwortliche Senat sieht keinen Handlungsbedarf, da das Gebiet erst ab 2023 entwickelt werden solle.
Wie stehen Sie zu der Forderung, diesem Waldgebiet einen besonderen Schutzstatus zu gewähren, angesichts der globalen Klimakrise ?

Frage von Fhfnaar Fpurapx-Xbeaqöesre
Antwort von Andreas Dressel
18. Februar 2020 - 23:11
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat

Sehr geehrte Frau Schenk-Korndörfer,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich freue mich, dass Sie sich für den Erhalt der Natur in unserer Stadt einsetzen.

Die Fläche der sogenannten Vollhöfner Weiden liegt wie Sie richtig sagen im Hafengebiet und damit im Wirkungsfeld der HPA. Eine Nutzung der Fläche für hafenwirtschaftliche Zwecke steht in den nächsten Jahren nicht an, auch Rodungen sind nicht geplant. Bereits 2016 wurde entschieden, dass ein Teil der Vollhöfner Weiden in jedem Fall als geschützte Grünfläche erhalten bleiben wird. Die zuständigen Behörden führen derzeit eine Kartierung der Biotoptypen sowie eine artenschutzrechtliche Betrachtung durch.

Hamburg ist eine wachsende Stadt mit begrenztem Raum, daraus ergeben sich schnell Nutzungskonkurrenzen. Ganz grundsätzlich wollen wir eine nachhaltige, sozial verantwortungsvolle Stadtentwicklung, die den Charakter unserer Stadt mit ihren vielen Parks, Grünanlagen, Bäumen und ihrer Stadtnatur bewahrt. Daher haben wir auch mit den Naturschutzbund Hamburg einen „Vertrag für Hamburgs Stadtgrün“ geschlossen, der mehr Wohnen, mehr soziale und verkehrliche Infrastruktur und mehr Naturqualität in Hamburg garantiert. Wenn an einer Stelle Grünfläche verschwindet, brauchen wir einen adäquaten Ersatz.

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben seit 2011 insgesamt rund 670 ha Flächen neu unter Naturschutz gestellt. Aktuell gibt es 35 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 7.124 ha. Obwohl Hamburg wächst und dichter bebaut wird, wollen wir den Anteil der Naturschutzgebiete am Stadtgebiet auf 10 Prozent erhöhen. Hamburgs Parks, Wälder und Feldmarken werden wir für die Erholung wie zum Schutz des Klimas pflegen und erhalten. Zudem wollen wir ein gezieltes Aufforstungsprogramm starten, um die Anstrengungen zu flankieren. Fließ- und stehende Gewässer werden wir biologisch weiter verbessern.

Wir können hier in Hamburg dazu beitragen, dass die Entwicklung von Flächen in unserer Stadt so nachhaltig wie möglich erfolgt. Es muss aber auch möglich sein, dass sich die Stadt weiterentwickelt – wenn dabei Naturflächen betroffen sind, geht das nur mit einem ausreichenden Ausgleich. Ich hoffe, Sie stimmen mir zu, dass es keine gute Lösung wäre, in Hamburg Entwicklungen zu verhindern und diese ins Umland zu verlagern – möglicherweise mit noch größerem Schaden für die Natur.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen.

Beste Grüße,
Andreas Dressel