Wie setzten Sie sich für die bessere Versorgung psychisch kranker Menschen ein?
Sehr geehrte Frau Lindholz,
ich schreibe Ihnen aufgrund des absolut irrationalen Entscheidung des Bewertungsausschusses die vertragsärztliche Arbeit von Psychotherapeutinnen um knapp 5% zu entwertenden, in Zeiten in denen alles teurer wird, sich die Krisen auf der Welt mehren, die Regierung mehr und längere Arbeitslebenszeit will, sorgt das dafür, dass unsere Arbeit nochmals entwertet wird. Inflation alleine würde eine Steigerung der Sätze nötig machen, oder die Anerkennung unter welchem Druck wir arbeiten um der schlechten Versorgungslage Rechnung zu tragen.
Sie wissen selbst, dass Arbeitsunfähigkeit häufig auf Grund von psychischen Erkrankungen auftritt, die Versorgung mit Psychotherapieplätzen bereits denkbar schlecht ist und nun wird diese Entscheidung getroffen.
Sie lassen eine schwer belastete Bevölkerung alleine! In Zeiten, in denen Demokratie gefährdet ist, das ist Futter für rechts außen!
Gleichzeitig ist unsere Berufsgruppe eine mit dem höchsten Frauenanteil in der ver
Sehr geehrte Frau B.,
Mir ist vollkommen bewusst: Die ambulante psychotherapeutische Versorgung ist ein zentraler Bestandteil unseres Gesundheitssystems. Gerade die häufig beschriebene hohe berufliche Belastung, die lange Ausbildungs- und Weiterbildungszeit sowie die besonderen strukturellen Rahmenbedingungen in der Niederlassung zeigen, unter welchen Anforderungen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten arbeiten.
Die aktuellen gesundheitspolitischen Reformvorhaben, insbesondere im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung, verfolgen das Ziel, die Finanzierung des Systems insgesamt stabil zu halten. Gleichzeitig ist mir klar, dass einzelne Maßnahmen Auswirkungen auf bestimmte Berufsgruppen haben können, die sorgfältig geprüft werden müssen – insbesondere im Hinblick auf die Sicherstellung der Versorgung.
Ich nehme die geschilderten Auswirkungen der Vergütungsanpassung sehr ernst – insbesondere angesichts der kurzfristigen Umsetzung und der erheblichen Folgen für die wirtschaftliche Gesamtkalkulation psychotherapeutischer Praxen. Vor diesem Hintergrund bin ich mit den Fachpolitikerinnen und Fachpolitikern meiner Fraktion seit Monaten im engen Austausch, zudem hat sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit dem Anliegen auseinandergesetzt.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Lindholz MdB

