T.Ginsburg stuft antifeministische Männerbünde als Gefahr für die Demokratie ein. Warum strebten Ihre CSU-Kollegen eine staatliche Finanzierung solcher Akteure (FSI) an, statt diese zu überwachen?
Sehr geehrte Frau Lindholz,
Sie stehen für eine wehrhafte Demokratie. Recherchen von Tobias Ginsburg ("Die letzten Männer des Westens", Spiegel 06.11.2021) belegen aber, dass sich antifeministische Netzwerke radikalisieren und die offene Gesellschaft bedrohen.
Das Agieren Ihrer bayerischen Parteifreunde (MdL Oßner/Zellmeier) wirft daher Fragen auf: Diese setzten sich für eine staatliche Förderung des Vereins "Forum Soziale Inklusion" (FSI) ein. Akteure dieses Umfelds bezeichnen Feminismus als "Diktatur" und zeigen Nähe zur Neuen Rechten.
Während Sie Islamismus bekämpfen, hofiert die CSU im "vorpolitischen Raum" hier offenbar Akteure, die unsere Grundwerte ablehnen.
Ich frage Sie als Innenpolitikerin:
Wie bewerten Sie es sicherheitspolitisch, dass Teile der CSU solche Gruppierungen finanziell alimentieren wollten, anstatt sie als Risiko für die demokratische Grundordnung zu behandeln? Wo ziehen Sie die rote Linie zwischen "konservativem Vorfeld" und verfassungsfeindlichen Bestrebung?

