Würden Sie behaupten, dass KI bereits den Status eines „Teils der Gesellschaftsstruktur“ erreicht hat und würden Sie die KI weiter in unsere Gesellschaft und Institutionen integrieren wollen?
Sehr geehrter Herr Hofmann,
als Quellen dient mir der Artikel „Macht uns KI freier oder schafft sie neue Zwänge und Ungleichheiten“ von Christian Herzog.
Sehr geehrte Frau M.,
herzlichen Dank für Ihre Anfrage.
Künstliche Intelligenz ist bereits heute in vielen Bereichen unseres Alltags präsent – sei es in Suchmaschinen, Navigationssystemen, medizinischer Diagnostik, industrieller Produktion oder in Verwaltungsprozessen. In diesem Sinne hat KI durchaus begonnen, Teil unserer gesellschaftlichen Infrastruktur zu werden. Sie beeinflusst, wie wir arbeiten, kommunizieren und Entscheidungen vorbereiten.
Gleichzeitig ist KI kein eigenständiger „Akteur“ unserer Gesellschaft, sondern ein von Menschen entwickeltes Werkzeug. Verantwortung, Kontrolle und ethische Maßstäbe müssen daher immer beim Menschen und bei demokratisch legitimierten Institutionen liegen.
Ich halte es für sinnvoll, KI dort weiter zu integrieren, wo sie einen klaren Mehrwert schafft – etwa bei der Entlastung von Verwaltung, in der medizinischen Forschung oder bei der Optimierung von Verkehrs- und Energiesystemen. Dabei müssen jedoch klare Leitplanken gelten: Transparenz, Datenschutz, Nicht-Diskriminierung, Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und demokratische Kontrolle.
Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass technologische Entwicklung nicht zum Selbstzweck wird. KI darf gesellschaftliche Teilhabe nicht einschränken oder bestehende Ungleichheiten verschärfen. Stattdessen sollte sie so eingesetzt werden, dass sie Effizienzgewinne schafft, Fachkräfte unterstützt und öffentliche Dienstleistungen verbessert.
Kurz gesagt: Ja, KI ist bereits Teil unserer gesellschaftlichen Struktur. Aber wie stark und in welchen Bereichen sie künftig integriert wird, ist eine politische Gestaltungsfrage – und diese muss verantwortungsvoll, rechtsstaatlich und im Sinne des Gemeinwohls beantwortet werden.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Hofmann MdL

