Aaron angelehnt an einer rostigen Wand mit Graffitis
Aaron Valent
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Frage von Melitta B. •

Sehr geehrter Herr Valent, wie stehen sie zu den geplanten Kürzungen im Gesundheitswesen?

Ich habe eine Praxis die Psychotherapie und mache mir große Sorgen. Gerne würde ich Ihnen diese persönlich erläutern. Wären Sie zu einem Treffen bereit?
Mit freundlichen Grüßen,
Melitta B.

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrte Frau B.

vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie Ihre Sorgen mit mir teilen.

Der Bedarf an Psychotherapie ist in den letzten Jahren in Deutschland deutlich gestiegen – verständlich vor dem Hintergrund verschiedener Krisen, Kriege, aber auch zunehmender Belastungen in der Arbeitswelt, im Bildungsbereich und im Alltag vieler Menschen. Umso wichtiger ist es aus meiner Sicht, die psychotherapeutische Versorgung zu stärken statt sie weiter unter Druck zu setzen.

Die geplante Absenkung der Honorare für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent ab April 2026 sehe ich sehr kritisch. Sie droht die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter zu verschlechtern. Schon heute warten viele Menschen, denen es psychisch schlecht geht, monatelang auf einen ambulanten Therapieplatz – sofern sie überhaupt einen finden.

Eine solche Honorarabsenkung kann außerdem Fehlanreize setzen: Psychotherapeut könnten künftig noch stärker darauf angewiesen sein, freie Kapazitäten an Privatversicherte oder Selbstzahler zu vergeben. Das wäre ein weiterer Schritt in Richtung Zwei-Klassen-Medizin – zulasten all jener, die sich psychotherapeutische Hilfe nicht aus eigener Tasche leisten können.

Aus meiner Sicht braucht es stattdessen strukturelle Verbesserungen. Ich setze mich für eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgung mit Kassensitzen, eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeut sowie eine gesicherte Finanzierung der Weiterbildung von Psychotherapeut ein. Ziel muss sein, dass diejenigen zeitnah Hilfe erhalten, die sie am dringendsten brauchen – unabhängig vom Versicherungsstatus oder Einkommen.

Ich nehme Ihre Schilderung sehr ernst und werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass psychotherapeutische Versorgung gestärkt und nicht weiter geschwächt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Aaron Valent

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