Neue Regeln für mehr Lohntransparenz

Das EU-Parlament hat neue Regeln für mehr Lohntransparenz beschlossen, um den sogenannten Gender Pay Gap – also den Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern – zu verkleinern. Ziel der Richtlinie ist es, dass Unternehmen künftig offener mit Gehältern umgehen und gleiche Bezahlung besser gewährleisten.

Beschäftigte sollen erfahren können, nach welchen Kriterien  Gehälter festgelegt werden und wie hoch die durchschnittlichen Einkommen von Frauen und Männern in vergleichbaren Jobs sind. Die Kriterien sollen geschlechtsneutral sein und sicherstellen, dass Arbeitsbewertung und berufliche Einstufung unabhängig vom Geschlecht erfolgen. Auch Stellenausschreibungen und Einstellungsverfahren müssen diskriminierungsfrei gestaltet werden. Außerdem dürfen Firmen ihren Mitarbeitenden nicht mehr verbieten, über ihr Gehalt zu sprechen. Wenn der Unterschied zwischen den Gehältern von Männern und Frauen mehr als fünf Prozent beträgt, müssen Arbeitgeber:innen gemeinsam mit Arbeitnehmer:innenvertretungen prüfen, woran das liegt.

Auch bei Verstößen gegen die Regeln soll es strengere Strafen geben. Betroffene können Entschädigungen verlangen, und Arbeitgeber müssen in Streitfällen nachweisen, dass keine Diskriminierung vorliegt. Ziel der Richtlinie ist es, Lohndiskriminierung sichtbarer zu machen und langfristig gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit durchzusetzen.

Hintergrund der neuen Regeln ist, dass Frauen in der EU im Durchschnitt weiterhin deutlich weniger verdienen als Männer. Trotz bestehender Vorschriften zum gleichen Entgelt lag das geschlechtsspezifische Lohngefälle zuletzt noch bei rund 13 Prozent. Nach der formellen Zustimmung durch den Rat tritt die Richtlinie in Kraft. Die Mitgliedstaaten haben anschließend bis zum 7. Juni 2026 Zeit, die Vorgaben in nationales Recht umzusetzen.

Achtung: Die rechts dargestellten Abstimmungsergebnisse spiegeln nur das Abstimmungsverhalten der deutschen EU-Abgeordneten wider und nicht das aller 705 EU-Abgeordneten.

Mit insgesamt 427 Zustimmungen, 79 Gegenstimmen und 76 Enthaltungen wurde die neue Richtlinie angenommen. Von den deutschen EU-Abgeordneten stimmten 39 dafür und 34 dagegen. Es gab sechs Enthaltungen.

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Dafür gestimmt
39
Dagegen gestimmt
34
Enthalten
6
Nicht beteiligt
17
Abstimmungsverhalten von insgesamt 96 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionWahlkreisStimmverhalten
Portrait von Christian EhlerChristian EhlerEVP Nicht beteiligt
Cornelia ErnstCornelia ErnstGUE/NGL Nicht beteiligt
Portrait von Engin ErogluEngin ErogluRE Nicht beteiligt
Portrait von Ismail ErtugIsmail ErtugS&D Nicht beteiligt
Portrait von Markus FerberMarkus FerberEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Nicolaus FestNicolaus FestID Dagegen gestimmt
Portrait von Romeo FranzRomeo FranzGrüne/EFA Nicht beteiligt
Portrait von Daniel FreundDaniel FreundGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Heinz Michael GahlerHeinz Michael GahlerEVP Dagegen gestimmt
Malte GalléeGrüne/EFA Dafür gestimmt
Profilbild-Alexandra-GeeseAlexandra GeeseGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Jens GeierJens GeierS&D Dafür gestimmt
Helmut GeukingHelmut GeukingEVP Dafür gestimmt
Portrait von Jens GiesekeJens GiesekeEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Andreas GlückAndreas GlückRE Enthalten
Portrait von Henrike HahnHenrike HahnGrüne/EFA Dafür gestimmt
Svenja Hahn MdEPSvenja HahnRE Enthalten
Portrait von Martin HäuslingMartin HäuslingGrüne/EFA Nicht beteiligt
Portrait von Niclas HerbstNiclas HerbstEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Pierrette Herzberger-FofanaPierrette Herzberger-FofanaGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Monika HohlmeierMonika HohlmeierEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Dieter Peter JahrDieter Peter JahrEVP Dagegen gestimmt
Portrait von Petra KammerevertPetra KammerevertS&D Dafür gestimmt
Ska Keller, Bild: Dominik ButzmannSka KellerGrüne/EFA Dafür gestimmt
Portrait von Moritz KörnerMoritz KörnerRE Enthalten