Wie rechtfertigen sie das die Beiträge immer höher werden die Leistungen aber immer mehr abbauen ?
Guten Tag, Marcel K. mein Name. Ich brauche seit Jahren eine Brille und habe seit Jahren mit meinen Zähnen zu kämpfen. Dies muss ich alles selber zahlen, während die Beiträge erhöht werden. Ich habe es mir nicht ausgesucht, dass meine Augen schlecht sind und ich eine Brille brauche – zum Lesen, zum Arbeiten etc. Dennoch muss ich sie selbst zahlen, obwohl es definitiv zur Gesundheit gehört. Ebenso kann ich wenig dafür, dass mein Zahn bricht und ich Zahnersatz brauche, da es sonst sehr starke Schmerzen sind. Das muss ich auch selbst zahlen, dabei fällt auch dies zu 100 % in das Thema Gesundheit und Krankenkassen.
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Wortmeldung. Wir können Ihren Unmut über steigende Krankenkassenbeiträge bei gleichzeitig hohen Eigenanteilen für bestimmte Gesundheitsleistungen gut nachvollziehen. Gerade bei Sehhilfen und Zahnersatz stellt sich für viele Menschen die berechtigte Frage, warum sie trotz regelmäßiger Beiträge einen erheblichen Teil der Kosten selbst tragen müssen. Eine Brille ist für Menschen mit entsprechender Sehschwäche kein Luxus, sondern im Alltag und insbesondere im Berufsleben oftmals unverzichtbar. Ähnliches gilt für notwendigen Zahnersatz. Wenn eine Behandlung medizinisch erforderlich ist, stellen hohe Eigenanteile für die Betroffenen eine erhebliche finanzielle Belastung dar.
Gleichzeitig steht die gesetzliche Krankenversicherung vor großen finanziellen Herausforderungen. Eine älter werdende Gesellschaft, medizinischer Fortschritt sowie steigende Personal-, Arzneimittel- und Behandlungskosten führen zu wachsenden Ausgaben. Dauerhaft immer höhere Beiträge können aus unserer Sicht jedoch nicht die alleinige Antwort darauf sein. Denn steigende Sozialabgaben belasten Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Darum wurde beim GKV-Stabilisierungsgesetz darauf geachtet, dass alle Akteure im Gesundheitssystem ihren Beitrag leisten.
Für uns als CDU ist entscheidend, dass die vorhandenen Mittel im Gesundheitssystem effizient eingesetzt werden und die medizinische Versorgung der Versicherten im Mittelpunkt steht. Strukturen und Ausgaben müssen regelmäßig darauf überprüft werden, ob sie tatsächlich der Versorgung der Patientinnen und Patienten zugutekommen. Ihre Kritik an den Eigenanteilen bei medizinisch notwendigen Sehhilfen und beim Zahnersatz nehmen wir daher ernst. Mit der Gesundheitsreform ändert sich für Sehhilfen und Brillen nichts, Erwachsene erhalten auch weiterhin unter sehr strengen medizinischen Voraussetzungen gesetzliche Zuschüsse. Beim Zahnersatz jedoch kommt es zu deutlichen Senkungen der Festzuschüsse. Wichtig hierbei ist das Führen eines Bonusheftes und immer bedeutsamer werden Zusatzversicherungen. Die Härtefallregelung mit 100 Prozent Übernahme der Regelversorgung bei geringem Einkommen jedoch bleibt unverändert bestehen.
Gerade bei notwendigen Leistungen muss darauf geachtet werden, dass die finanzielle Belastung nicht dazu führt, dass Menschen Behandlungen oder notwendige Hilfsmittel aus Kostengründen aufschieben oder darauf verzichten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wiebke Winter

