Ulle Schauws steht vor einem grauen Hintergrund. Sie trägt ein blaues Jackett, hat kurze weiße Haare und eine Brille. Sie lächelt freundlich.
Ulle Schauws
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Frage von Jürgen K. •

Väter-Lobbys etablieren das Dogma "Umgang um jeden Preis", sodass Kinder sogar ohne gemeinsame Sprache zum Vater gezwungen werden. Wann beenden Sie diesen ideologischen Einfluss in Jugendämtern?

Sehr geehrte Frau Schauws,

Recherchen (Tagesspiegel/Correctiv) belegen den Einfluss von Väterrechtsgruppen auf die Politik. Dieser Einfluss prägt längst die Praxis an Gerichten.

Ein aktueller Fall belegt das Dogma "Umgang um jeden Preis": Ein Kind wurde jahrelang zum Umgang gezwungen, obwohl Vater und Kind keine gemeinsame Sprache sprechen (der Dolmetscher wurde entgegen des Wunsches des Kindes gestrichen).

Statt das Kind zu schützen, übten alle staatlichen Akteure Druck aus: Sowohl die Richterin als auch der Verfahrensbeistand drängten das Kind massiv, auch mit Suggestivfragen, den Umgang zu akzeptieren. Auch der Träger des begleiteten Umgangs spielte mit und ignorierte die Not des Kindes.

Dies ist die direkte Folge einer Ideologie (oft basierend auf "PAS"), die von Lobby-Gruppen in Fortbildungen getragen wird: Der Wille des Kindes wird gebrochen, um das Elternrecht durchzusetzen. Wann sorgt Ihre Fraktion dafür, dass Jugendämter und Justiz vor diesem Einfluss geschützt werden?

Ulle Schauws steht vor einem grauen Hintergrund. Sie trägt ein blaues Jackett, hat kurze weiße Haare und eine Brille. Sie lächelt freundlich.
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Guten Tag, 

vielen Dank für Ihre Frage. Über den von Ihnen geschilderten Fall bin ich leider nicht informiert und kann Ihnen daher keine konkrete Auskunft geben.

Ganz allgemein kann ich Ihnen versichern, dass wir uns in der Grünen Bundestagsfraktion für ein Familienrecht einsetzen, bei dem das Wohl des Kindes stets an erster Stelle steht. Dazu gehören auch Schulungen für Fachkräfte ein, die aktuellen wissenschaftlichen Standards entsprechen und sowohl über den Einfluss von sog. Väterrechtsgruppen und fachlich widerlegt geltende Konzepte, wie die auf dem PAS basierende "Eltern-Kind-Entfremdung", aufklären. Eine für uns besonders wichtige Forderung ist die Reform des Sorge- und Umgangsrechts, durch die gewaltbetroffene Elternteile und ihre Kinder besser geschützt werden sollen.

Mit freundlichen Grüßen
Ulle Schauws

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