Stimmen Sie der automatischen Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung zu ja oder nein?
Sehr geehrte Frau K.,
ja, eine moderate Anpassung der Regelaltersgrenze an die Entwicklung der Lebenserwartung kann ich grundsätzlich mittragen. Mir ist allerdings wichtig, dass daraus kein völlig starrer Automatismus wird.
Der derzeit vorliegende Vorschlag der Alterssicherungskommission sieht vor, erst nach 2031 anzusetzen und Veränderungen der Lebenserwartung im Verhältnis 2:1 zwischen längerer Erwerbsphase und längerer Rentenphase aufzuteilen. Nach den heutigen Annahmen würde das ungefähr eine Anhebung um sechs Monate innerhalb von zehn Jahren bedeuten. Gleichzeitig sollen die zugrunde liegenden Annahmen regelmäßig überprüft werden.
Für mich gehört zu einer solchen Regelung zwingend ein sozialer Ausgleich für Menschen, die nach vielen Arbeitsjahren aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur regulären Altersgrenze weiterarbeiten können. Dieser Ausgleich ist auch besonders wichtig vor dem Hintergrund einer unterschiedlichen Entwicklung der Lebenserwartung von verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Während die Lebenserwartung von Besserverdienenden weiter steigt, stagniert sie bei Menschen mit kleineren Einkommen bzw. sinkt sogar. Dieser Aspekt sollte bei einer Rentenreform stärker berücksichtigt werden.

