Portrait von Truels Reichardt
Truels Reichardt
SPD
100 %
17 / 17 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Silke N. •

Haltung zur geplanten praktischen Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes

Sehr geehrter Herr Reichardt,

mit großer Sorge höre ich von den Plänen des Koalitionsausschusses, das Informationsfreiheitsgesetz de facto abzuschaffen. Aktuell ermöglicht das IFG allen Menschen, Einblick in staatliche Dokumente zu bekommen und damit das Handeln von Behörden und der Regierung zu kontrollieren.

Im Koalitionsvertrag haben Sie vereinbart, das IFG im Sinne der Bürger*innen zu reformieren. Der jetzige Beschluss des Koalitionsausschusses ist das genaue Gegenteil: SPD und Union planen den größten Angriff auf staatliche Transparenz in der Geschichte der Bundesrepublik. Die vorgeschlagenen Änderungen würden der Informationsfreiheit in Deutschland de facto ein Ende setzen.

Anfragen wären nur noch nach Nachweis eines „berechtigten Interesses“ möglich – und damit fast nie. Außerdem könnten Anfragen künftig zehntausende Euro kosten. Zivilgesellschaftliche Organisationen oder Pressevertreter dürften keine Anfragen mehr stellen.

Wie ist Ihre Haltung dazu?

Freundliche Grüße aus NF

Portrait von Truels Reichardt
Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau N.,

eine Abschaffung oder faktische Entkernung des Informationsfreiheitsgesetzes lehne ich ab. Das IFG ist ein wichtiges Instrument, damit Bürgerinnen und Bürger, Medien und Zivilgesellschaft staatliches Handeln nachvollziehen und kontrollieren können.

Für mich und die SPD-Bundestagsfraktion ist klar, dass es für eine Absenkung des bisherigen Transparenzniveaus keine Zustimmung geben darf. Bürgerinnen und Bürger, Presse und Zivilgesellschaft müssen auch künftig wirksame Informationsrechte haben. Auch eine neue Gebührenregelung darf nicht dazu führen, dass Informationsfreiheit vom Geldbeutel abhängt.

Der geltende Informationszugang ist bereits heute nicht schrankenlos. Das IFG schützt unter anderem personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse und bestimmte staatliche Sicherheitsinteressen. 

Eine Reform sollte deshalb vor allem dazu dienen, Verfahren einfacher, digitaler und schneller zu machen. Einer Absenkung des bestehenden Transparenzniveaus werde ich nicht zustimmen. Auch aus der SPD-Bundestagsfraktion wurde bereits öffentlich klargestellt, dass die bestehenden Auskunftsansprüche für Bürgerinnen und Bürger, Presse und Zivilgesellschaft nicht reduziert werden sollen. 

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Truels Reichardt
Truels Reichardt
SPD

Weitere Fragen an Truels Reichardt