Tim Klüssendorf - Pressefoto 2025
Tim Klüssendorf
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Frage von Maxi T. •

Die Entscheidung des Bewertungsausschusses, die Vergütung ambulanter Psychotherapie zum 01.04.2026 um 4,5 % zu senken, bereitet mir große Sorge. Könnten Sie sich dafür politisch einsetzen?

Sehr geehrter Herr Klüssendorf,
ich wende mich als Psychotherapeutin mit eigener Praxis an Sie. Die o.g. Entscheidung bereitet mir Sorgen.
Bereits heute erhalten viele psychisch erkrankte Menschen keinen zeitnahen Therapieplatz. Ich führe eine Privatpraxis, da in unserer Region nicht genügend Kassensitze vorhanden sind. Viele meiner Patient*innen kommen über das Kostenerstattungsverfahren zu mir, nachdem sie zuvor bei zahlreichen Praxen vergeblich Hilfe gesucht haben.
Mein Schwerpunkt liegt in der Behandlung von Frauen – und auch Männern – in postpartalen Krisen. Gerade in dieser sensiblen Phase ist ein schneller Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung entscheidend.
Vor diesem Hintergrund erscheint eine Absenkung der Vergütung ein sehr problematisches Signal für die ambulante Versorgung.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich dafür einsetzen könnten, eine Beanstandung dieses Beschlusses über das Bundesgesundheitsminister prüfen zu lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Maxi T.

Tim Klüssendorf - Pressefoto 2025
Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau T.,

vielen herzlichen Dank für Ihre Frage und Ihre wichtige Arbeit.

Seien Sie versichert, dass meine Fraktion und ich dieses Thema sehr ernst nehmen und wir Ihren Unmut nachvollziehen können. Für uns ist klar, dass dies kein gutes Signal für die Betroffenen und ihre konkrete psychotherapeutische Versorgung in Deutschland war. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir gemeinsam mit unserem Koalitionspartner einen besonderen Schwerpunkt auf die mentale Gesundheit der Menschen und eine ausreichende Versorgung mit Unterstützung im Koalitionsvertrag festgelegt haben.

Gerade im Bereich der psychischen Gesundheit ist eine stabile und gut erreichbare Versorgung von zentraler Bedeutung. Viele Patientinnen und Patienten warten bereits heute lange auf einen Therapieplatz. 

Mit der per Gerichtsentscheidung beschlossenen vorläufigen Aussetzung der Kürzungen kann nun eine erneute Prüfung der Rechtmäßigkeit stattfinden, damit jede Entscheidung nachvollziehbar und rechtlich sicher ist und bleibt.

Die aktuellen Entscheidungen stehen leider aber auch im Kontext der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Für uns als SPD ist dabei klar: Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV dürfen nicht zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehen und sie dürfen auch nicht dazu führen, dass sich der Zugang zur Versorgung verschlechtert. 

Deshalb haben wir gekämpft und ganz konkrete Verbesserungen durchgesetzt, die in einer einberufenen Schalte mit den betreffenden Verbänden sehr positiv bewertet wurden. Konkret: Laufende Behandlungen werden über den Jahreswechsel hinaus fortgeführt - niemand muss eine Therapie abbrechen. Die extrabudgetäre Vergütung für Kinder und Jugendliche und schwer erkrankte Menschen bleibt erhalten, dringliche Fälle kommen schneller in Behandlung. Mit der Einbeziehung in die sogenannte "morbiditätsorientierte Gesamtvergütung" wird auch mittel- und langfristig eine gute Bezahlung gesichert: das Vergütungsvolumen wächst künftig mit der Gesamtvergütung mit. Mit der Streichung der Angemessenheitsprüfung nach § 87 Abs. 2c Satz 8 SGB V sollen langfristig unregelmäßige Anpassungen, Verschiebungen und vor allem Absenkungen der Honorare verhindert werden. Und weil sich die Verteilung stärker am tatsächlichen Bedarf orientiert, kann dort, wo viele Menschen Behandlung brauchen, künftig auch mehr ankommen.

Im aktuellen Koalitionsvertrag haben wir uns ausdrücklich darauf verständigt, die Versorgung im Bereich der psychischen Gesundheit zu stärken und den Zugang zu Therapie zu verbessern. Dieses Ziel bleibt für uns weiterhin maßgeblich. Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die psychotherapeutische Versorgung langfristig gesichert bleibt.

Ich danke Ihnen nochmals für Ihre engagierten Hinweise.

Mit besten Grüßen

Tim Klüssendorf

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