Wieso hat NRW nicht für einen Einspruch des Bundesrates bei der Gesundheitsreform gestimmt?
Sehr geehrter Herr Achtermeyer, bisher haben die Grünen die Anliegen von Patienten und Psychotherapeuten stark vertreten. Weshalb hat NRW mit Grünen Beteiligung dann nicht für einen Einspruch gestimmt? Wie lief die Debatte ab?
Liebe Unterzeichnende,
vielen Dank für Eure klaren und eindringlichen Worte. Fast 200 Eurer Emails haben mich erreicht. Ich teile die Sorgen und auch die große Enttäuschung. Ich halte das für eine absolute Fehlentscheidung.
Für mich und meine Partei steht fest: Psychotherapie ist keine Luxusleistung, sondern essentielle medizinische Grundversorgung. Dass der über Jahrzehnte bewährte Schutz des Bundessozialgerichts für eine verlässliche Vergütung nun gekippt wurde, ist ein schwerer Schlag für die ambulante Versorgung.
Mir war und ist es eine Herzensangelegenheit in dieser Frage bei den Demos an Eurer Seite zu stehen und laut gegen diese Pläne zu protestieren. Umso bitterer ist es, dass wir Kritiker dieser Reform am Ende nicht durchsetzen konnten. Wir müssen uns nun darauf einstellen, dass die ohnehin schon langen Wartezeiten für Betroffene noch weiter steigen und Praxen unter enormen wirtschaftlichen Druck geraten.
Auch wenn das Gesetz das parlamentarische Verfahren durchlaufen hat, ist das Thema für mich nicht vom Tisch. Wir werden nun auf Landesebene in NRW genau analysieren, welche konkreten Auswirkungen die Neuregelungen auf die Versorgungslandschaft bei uns vor Ort haben. Mein Ziel bleibt es, die psychotherapeutische Infrastruktur in unserem Bundesland bestmöglich zu schützen und zu unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
Tim
