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Thorsten Frei
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Frage von Dion M. B. •

Wie würdevoll ist ein offenes Vorgehen gegen eine gelingende Energiewende und gegen die eigenen Bürger in Gegenwart und Zukunft?

Seher geehrter Herr Frei,

mit großer Sorge beobachte ich die aktuelle Debatte über eine optionale Umkehr oder zumindest eine Abschaffung der Förderung von Solarenergie. Wir wissen, nicht zuletzt aufgrund der Klimafeindlichen Ambitionen der amtierenden Wirtschaftsministerin, dass diese Maßnahmen allein der Gewinnmaximierung der großen Energiekonzerne geschuldet ist. Ein Rückschritt für Deutschland in allen Zukunftsorientierten und Lebensbejahenden Bereichen wird nicht nur in Kauf genommen, sondern bewusst beschleunigt. Sie und Ihre Partei können diese dramatische Fehlentwicklung verhindern. Bitte tun sie dies!

Mit freundlichen Grüßen,

Dion M. B.

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Sehr geehrter Herr B.,

niemand in der Bundesregierung stellt die Klimaziele oder die Energiewende in Frage. Fakt ist aber – und das ist durch zahlreiche Studien belegt -, dass der bisherige Weg in Deutschland ineffizient und teuer ist. Hier müssen wir ansetzen, damit die Strompreise nicht weiter steigen und die deutsche Wirtschaft im globalen Wettbewerb nicht weiter abgehängt wird.

Eine ganz zentrale Schlussfolgerung beispielsweise in der Studie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie in Verbindung mit der Boston Consulting Group – aber ebenso bei McKinsey - ist, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen systemdienlicher zu gestalten ist. Damit spielen sie auf die wachsenden Probleme an, die sich aus dem raschen Zubau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen ergeben: Es häufen sich die Phasen, in denen der Strom nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden kann, Überlastungen der Stromnetze sind die Folge. Das liegt an dem weit fortgeschrittenen Zubau von Solar- und Windkraftanlagen, der nicht durch einen weitreichenden Netzausbau begleitet wurde. Das führt im Ergebnis dazu, dass an immer mehr Tagen Strom ins Ausland mit zusätzlichen Abnahmegebühren verschenkt wird. Das zahlen die Steuerzahler und trotzdem müssen sie für die hohen Einspeisevergütungen an die Erzeuger aufkommen. Die Menschen werden immer häufiger doppelt zur Kasse gebeten, obwohl der Strom dem Ausland zugutekommt. Insbesondere an dieser Stelle müssen wir einen Schlussstrich ziehen! Die verfügbaren Ressourcen müssen in den Netzausbau und in Speicherlösungen investiert werden. Eine unveränderte finanzielle Förderung des weiteren Zubaus von Solar- und Windkraftanlagen hingegen macht aktuell keinen Sinn.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Frei

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