Generationenvertrag und Solidarität widersprechen sich per se - warum der Elternunterhalt für die Mittelschicht ungerecht ist und gleichzeitig sowieso kein Rettungsanker für die Pflegekasse sein kann
Bezug auf Ihre Antwort vom 09.09.2026 hier: https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/thorsten-frei/fragen-antworten/sind-sie-ernsthaft-auch-der-meinung-dass-die-100000eur-grenze-beim-angehoerigen-entlastungsgesetz-abgestuft:
Sehr geehrter Herr Frei,
Sie fordern „solidarische“ Pflegefinanzierung. Echte Solidarität bedeutet aber nicht, Leistungsträger noch zusätzlich mit existenzbedrohenden Kosten zu belasten. Warum ist Bürgergeld über Steuern finanziert, während Elternpflege zum Privatproblem deklariert wird? Wer hart arbeitet, zahlt Höchstbeiträge und wird per Elternunterhalt doppelt bestraft.
Mit 100k brutto ist man nach Jahren der Inflation nicht reich. Die Grenze wurde nie entspr. nach oben angepasst. Elternunterhalt ist angesichts explodierender Heimkosten ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der die riesige Lücke nie stopft – zumal ein Großteil der Einnahmen im bürokratischen Prüf- und Rechtsstreitapparat verbrannt wird. Wo bleibt hier die Fairness (und Effizienz)?
Sehr geehrte Frau S.,
die Einführung der 100.000-Euro-Grenze schützt bewusst die große Mehrheit der Familien vor zusätzlichen Belastungen. Das war ein großer Erfolg der Union. Eine pauschale Absenkung oder ersatzlose Streichung halte ich deshalb nicht für den richtigen Weg, auch wegen der großen finanziellen Belastung der Pflegekassen im demografischen Wandel. Dafür gäbe es schlicht und einfach keine politische Mehrheit. Der Staat kann bei der Pflege nicht jedes individuelle Risiko auffangen und abwehren. Die Pflegeversicherung ist bei ihrer Einführung in den 1990er Jahren bewusst als Teilversicherung konzipiert worden
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei

