Wie stehen Sie zu den Kürzungen bei der Leistung für Psychotherapie?
Guten Tag
Ich würde mich gerne ein Ihnen erkundigen, was Sie für den Erhalt der Kostenübernahme bei benötigten Psychotherapieverfahren tun?
Denn in meinem Interesse ist es nicht, daß aktuell in dem Bereich so massiv gekürzt wird.
Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.
D.B.
Sehr geehrter Herr B.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und die Sorge um die psychotherapeutische Versorgung. Wir nehmen diese sehr ernst: Menschen, die auf Psychotherapie angewiesen sind, dürfen nicht die Leidtragenden notwendiger Konsolidierungsmaßnahmen werden.
Die gesetzliche Krankenversicherung steht derzeit unter erheblichem finanziellen Druck. Deshalb waren Maßnahmen zur Stabilisierung der Beitragssätze erforderlich. Gleichzeitig haben wir im parlamentarischen Verfahren ausdrücklich darauf geachtet, dass die psychotherapeutische Versorgung geschützt bleibt.
Laufende Therapien, die vor dem 31. Dezember 2026 begonnen, beantragt und genehmigt wurden, können 2027 ohne Honorarkürzungen fortgeführt werden. Die dafür vorgesehenen Mittel bleiben auch innerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) exklusiv der psychotherapeutischen Versorgung vorbehalten.
Ergänzend bringen wir mit unserem Koalitionspartner noch in diesem Herbst weitere Verbesserungen auf den Weg (über 100 Millionen Euro). Begonnene Therapien sollen bis zum Abschluss der Behandlung fortgeführt werden können. Für Kinder und Jugendliche sowie schwer psychisch erkrankte Menschen setzen wir uns für dauerhafte extrabudgetäre Regelungen ein. Auch Menschen mit komplexem Behandlungsbedarf sollen abgesichert werden. Zudem wird die gemeinsame Selbstverwaltung bis Jahresende dringliche Behandlungen definieren, damit der Zugang schneller wird. Die Pflicht zum Konsiliarbericht wurde in bestimmten Fällen bereits abgeschafft.
Wir begleiten die Auswirkungen der Änderungen aufmerksam und setzen uns weiterhin dafür ein, dass notwendige Einsparungen nicht zulasten psychisch erkrankter Menschen gehen.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Zierke

