Stefan Schwartze
SPD
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Frage von Urvam-Qvrgre Birfvrx an Stefan Schwartze bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 19. Okt. 2010 - 00:42

Sehr geehrter Herr Schwartze,

ich frage Sie als mein Bundestagsabgeordneter, warum befasst sich eigentlich die Gesundheitspolitik nicht mit der Zulassung alternativer Therapien. Es könnte dabei viel Geld eingespart werden.

Zum Vergleich:
Eine Chemo-und Strahlentherapie sollte für mich 120.000,- € kosten. Ich habe mich für eine Alternativtherapie entschieden, die gerade einmal 10% davon gekostet hat.
Diese Therapie hat mich gesund gemacht. Mit einer, den Organismus stark belastenden Chemo und Bestrahlung wäre ich nicht mehr am Leben. Denkt man in der Politik eigentlich über solche Tatsachen nicht nach?

Für weitere Informationen dazu stehe ich zur Verfügung!

Von: Urvam-Qvrgre Birfvrx

Antwort von Stefan Schwartze (SPD) 25. Okt. 2010 - 18:10
Dauer bis zur Antwort: 6 Tage 17 Stunden

Sehr geehrter Herr Ovesiek,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich freue mich sehr darüber, dass bei Ihnen die Alternativtherapie gewirkt hat und Sie die schwere Krankheit überstanden haben.

Welche Therapieformen die Krankenkassen zahlen und welche nicht, ist keine politische Entscheidung. Der Gemeinsame Bundesausschuss http://www.g-ba.de/ entscheidet darüber. Der Gemeinsame Bundesausschuss ist ein Gremium, dass sich aus Krankenkassen, Ärzten und Patientenvertretern zusammensetzt.

Seine Leitlinie bei der Entscheidung ist die Wirksamkeit der Therapiemaßnahme. Über die Wirksamkeit wird aufgrund wissenschaftlicher Studien entschieden. Dafür reicht es nicht, dass es in einzelnen Fällen Heilungserfolge gibt, sondern die Wirksamkeit muss wissenschaftlich nachgewiesen sein. Dafür gibt es zum Beispiel randomisierte doppelte Blindstudien. Bei ihnen wird ein bewährtes Verfahren mit einem neuen Verfahren verglichen. Zu beiden Verfahren läuft parallel die sogenannte Placebo-Studie.

Viele alternative Therapien sind also nicht zugelassen, weil ihre Wirksamkeit nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Leider gibt es viele Menschen, die die besondere Notsituation von Krebspatienten ausnutzen, daher wird in allen gängigen Broschüren vor Quacksalbern gewarnt. Insbesondere wird vor Vertretern gewarnt, die die Methode der Schulmedizin bekämpfen und dazu auffordern, die schulmedizinische Therapie aufzugeben.

Die Deutsche Krebshilfe führt dazu aus: „Falls Operation, Bestrahlung oder die Behandlung mit Tumorhemmenden Medikamenten eine echte Heilungschance bieten oder zumindest zu erwarten ist, dass sich der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen lässt, muss davor gewarnt werden, andere Behandlungsmethoden einzusetzen. Es besteht die Gefahr, dass eine echte Heilungschance unwiderruflich verpasst wird.“

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Biologische Krebstherapie am Klinikum Nürnberg können Betroffene beim Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe Beratung zu den Möglichkeiten und Grenzen solcher alternativer Verfahren erhalten: Tel. 0911/398 3056 (Mo. – Fr. 9 – 12 Uhr und 14 - 16 Uhr), agbkt@klinikum-nuernberg.de , http://www.agbkt.de .

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Schwartze