Portrait von Stefan Bernhard Eck
Stefan Bernhard Eck
Tierschutzpartei

Frage an Stefan Bernhard Eck von Oreaq Uöpxre bezüglich Landwirtschaft und Ernährung

14. Mai 2009 - 20:17

Sehr geehrter Herr Eck,

mit welchen politischen und rechtlichen Mitteln wollen Sie sich für europaweiten, verbesserten Tierschutz einsetzen? Im Parlament - oder falls Sie nicht ins Parlament kommen - außerparlamentarisch.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd Höcker

Frage von Oreaq Uöpxre
Antwort von Stefan Bernhard Eck
16. Mai 2009 - 09:55
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 13 Stunden

Sehr geehrter Herr Höcker,

es hat im europäischen Tierschutz viele Fehlentwicklungen gegeben, vor allem auf dem Gebiet der Landwirtschaft. Dies führte zu großen Problemen: BSE, Vogelgrippe und andere Infektionskrankheiten, Hormonskandale, Antibiotika im Tierfutter u.v.m. sind erst durch die tierquälerische Massentierhaltung entstanden. Für diese negative Entwicklung ist vor allem die Agrarpolitik der Europäischen Union verantwortlich!

Die Lage für Mastrinder, Milchkühe, Mastkaninchen, Legehennen, Puten, Gänse, Enten sowie auch für Pelztiere ist katastrophal – empfindungsfähige Lebewesen werden zu bloßen "Produktionseinheiten" degradiert!

Auf dem langen Weg zur Anerkennung der Rechte der Tiere gehört als erster Schritt ein konsequenter Tierschutz-Artikel in die EU-Verfassung, damit in Zweifelsfällen zwischen einander entgegenstehenden Rechtsgütern abgewogen werden kann. Wir treten für einen konsequenten Tierschutz ein, nicht zuletzt, weil konsequenter Tierschutz auch der beste Menschenschutz ist.

In Brüssel sowie in allen EU-Mitgliedsstaaten sind Ministerien für Tierschutz einzurichten, die weder direkt noch indirekt mit der Nutzung von Tieren befasst sein dürfen.

Wir fordern die Einführung eines EU-weiten Verbandsklagerechts für Tierschutzverbände sowie die Einsetzung unabhängiger Tierschutzbeauftragter in jedem Mitgliedsstaat. Gesetzesübertretungen in der Massentierhaltung innerhalb der EU müssen härter bestraft werden. Wir fordern das ausnahmslose Verbot des betäubungslosen Schächtens und des Schlachtens im Akkord. Die skandalösen Langstreckentiertransporte müssen umgehend beendet werden.

Das Fernziel der Europäischen Union muss eine landwirtschaftliche Anbauweise sein, bei der aus ökologischen, aber vor allem aus ethischen Gründen auf Tierhaltung verzichtet und mit den natürlichen Lebensräumen verantwortungsvoll umgegangen wird. Als realistische Übergangslösung befürworten wir eine ökologische Bewirtschaftung mit "artgerechter" Tierhaltung unter strengen Kontrollen durch Tierschutzbeauftragte.

Diesen Forderungen könnten wir zumindest Gehör verschaffen, wenn wir im Europäischen Parlament vertreten wären.

Wenn wir nicht im EU-Parlament vertreten sind, müssen wir außerparlamentarisch arbeiten – das bedeutet vor allem durch Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, durch einen konstruktiven Gedankenaustausch und durch Verhandlungen mit Parteien, die ins Parlament gewählt wurden, durch Projekte oder Demonstrationen und durch gezielte Medien- und Pressearbeit.

Wollen wir rechtlich gegen Missstände vorgehen, bleibt nur der Klageweg im Einzelfall. Dies ist aber äußerst schwierig und langwierig.

Ich hoffe, dass ich damit Ihre Fragen hinreichend beantwortet habe und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Stefan Bernhard Eck