Wieso du Kürzung für ambulante Psychotherapie? Welchen Wert hat psychische Gesundheit?
Sehr geehrter Herr Pellmann, ich bin in der Hälfte meiner Ausbildung zur Kinder und Jugendlichen Psychotherapeutin. Ich zahle sehr viel Geld. Ich arbeite unter dem Mindestlohn verzichte auf viele Dinge, weil mir die Arbeit am Herzen liegt und weil ich weiß, wie wichtig und wie gebraucht Therapeutinnen sind. Ich weiß aus privaten Umfeld und auch aus meinen Praktika die Situation ist, um einen Therapieplatz zu bekommen. Viele meiner schon ambulant arbeitenden Kolleginnen haben lange Wartelisten machen viele Stunden eine Arbeit, die ja auch sehr emotional belastend ist und dass jetzt der Satz gekürzt wird finde ich sendet ein fatales Zeichen, was für ein Wert psychische Gesundheit in unserer Gesellschaft hat. Mit freundlichen Grüßen, Tamara H.
Sehr geehrte Frau H.,
vielen Dank für Ihre Frage. Trotz steigendem Bedarf an Psychotherapien, bedingt durch die psychischen Folgen in der Gesellschaft, verursacht durch diverse Krisen, Kriege aber auch immer stärkeren Druck in der Arbeitswelt sparen die gesetzlichen Krankenkassen in diesem Bereich. Und das ausgerechnet auf dem Rücken von Menschen die psychotherapeutische Hilfe benötigen.
Die Honorar-Absenkung um 4,5% ab April 2026 bedeutet für psychotherapeutische Leistungen eine wesentliche Verschlechterung der Versorgung vor allem ärmerer Patienten. Psychotherapeuten werden somit in Zukunft ihre freien Termine noch stärker an Privatversicherte oder Selbstzahler geben. Das verfestigt die Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland.
Die Linke ist gegen Honorar-Absenkung und fordert eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgung mit Kassensitzen und eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie die Finanzierung der Weiterbildung von Psychotherapeuten.
Diese Zwei-Klassen-Medizin gehört letztendlich abgeschafft und das Gesundheitssystem aus der Profitlogik befreit.
Mit freundlichen Grüßen
Sören Pellmann

