Sind Sie wirklich dafür das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln ?
In dem neuen Reformpaket möchte die Bundesregierung das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln. Aber diese ist eben nur das eine Erwartung. Ob diese Alter wirklich erreicht wird weiß niemand. Möchte Sie das Menschen bis 80 arbeiten müssen ? Dass sie nichts von ihrer Rente haben ? Mit den Arbeitsjahren sinkt die Lebenserwartung. Keiner hat dann mehr eine schöne Zeit im Alter. Wir werden an unseren Arbeitsplätzen sterben und das ist ein absolutes Armutszeugnis, vor allem für einen angeblichen Sozialstaat. Stimmen Sie dagegen!!!!
Sehr geehrte Frau R.,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich kann gut nachvollziehen, dass dieses Thema viele Menschen verunsichert. Die Sorge, immer länger arbeiten zu müssen und am Ende kaum noch etwas von der eigenen Rente zu haben, beschäftigt viele Bürger*innen.
Eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus halte ich derzeit nicht für den richtigen Weg. Bis 2031 steigt die Regelaltersgrenze bereits schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Diese Anhebung wurde bereits 2007 beschlossen. Aus meiner Sicht gehen die Menschen damit zunächst in Vorleistung, denn das Renteneintrittsalter steigt derzeit stärker als die Lebenserwartung. Deshalb sollte zunächst bewertet werden, wie sich diese Reform auswirkt, bevor über weitere Änderungen diskutiert wird.
Unabhängig davon würde eine Kopplung an die Lebenserwartung nicht bedeuten, dass Menschen in absehbarer Zeit bis 80 arbeiten müssten. Die Lebenserwartung steigt heute deutlich langsamer als noch vor einigen Jahrzehnten. Selbst nach den Berechnungen, die einer solchen Kopplung zugrunde liegen, würde sich das Renteneintrittsalter bis etwa 2045 voraussichtlich nur um rund ein halbes Jahr erhöhen. Größere Veränderungen wären erst über einen sehr langen Zeitraum zu erwarten.
Entscheidend ist für mich jedoch etwas anderes: Nicht alle Menschen haben die gleichen gesundheitlichen Voraussetzungen oder üben Berufe aus, die bis ins hohe Alter ausgeübt werden können. Deshalb setzen wir Grüne uns dafür ein, dass Menschen gesund bis zum Renteneintritt arbeiten können – durch bessere Arbeitsbedingungen, wirksame Prävention, gute Rehabilitation und eine Stärkung der betrieblichen Gesundheitsförderung. Entscheidend ist aus meiner Sicht außerdem, dass bereits heute das tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter kontinuierlich steigt. Wer freiwillig länger arbeiten möchte, soll dazu die Möglichkeit haben. Eine verpflichtende weitere Anhebung des Rentenalters halte ich hingegen für den falschen Ansatz.
Mit freundlichen Grüßen
Simone Fischer

