Wie ist eine „Anpassung“ an Honorarkürzungen von 4,5 % für Psychotherapeuten wirtschaftlich möglich, wenn wir als reine Sprechstundenpraxen keine Einnahmequellen wie Labor oder Apparate besitzen?
Sie argumentieren, Psychotherapeuten müssten sich wie andere Fachgruppen an Honorarregeln anpassen. Dieser Vergleich ignoriert die ökonomische Realität: Wir sind reine Sprechstundenpraxen ohne Einnahmen aus Labor, Apparaten oder Medikamenten. Eine Kürzung von 4,5 % trifft unsere einzige Ertragsgrundlage direkt.
Zudem basiert die Budgetierung auf einem Modell von 1999, das den massiven administrativen Mehraufwand (Dokumentation, IT, Anträge) von heute völlig ausblendet. Bei Wartezeiten von 142 Tagen gefährdet diese finanzielle Erosion die Versorgung massiv. Wenn Praxen aufgrund ökonomischen Drucks in den Privatsektor abwandern, kollabiert das GKV-System. Wie soll eine „Anpassung“ gelingen, wenn wir ohne technische Einnahmequellen bereits unter dem Kostendruck am Limit arbeiten? Bleiben Sie bei der Einschätzung, dass dies keine Gefährdung der Patientenversorgung darstellt?

