Ist es nicht auch Aufgabe der Politik ein verlässliches Umfeld zu schaffen, in dem investiert wird? Und inwieweit wird dies derzeit bei der GKV Reform berücksichtigt?
Sehr geehrte Frau Borchardt,
als erstes einmal vielen Dank dafür, dass Sie hier so offen Antworten.
Sie schreiben: "Der Staat kann nicht jede individuelle Investitionsentscheidung nachträglich vollständig absichern". Das finde ich erst einmal absolut nachvollziehbar.
Ich bin Psychotherapeut mit eigener Praxis und auf einem halben Sitz. Bislang hat die Investition in einen halben Sitz dazu geführt, dass man diesen fast in Vollzeit bewirtschaften konnte. Auf diesen Status Quo haben sich viele Menschen verlassen. Dass dies nun anscheinend in Frage gestellt wird, führt zusammen mit der kurzfristigen Kürzung der Honorare zu einer großen Unsicherheit. Wir waren auf der Suche nach einem weiteren Sitz, mein Kollege hat dies nun gestoppt mit dem zutreffenden Argument "willst Du wirklich in ein System investieren, dass ein so unzuverlässig agierender Geschäftspartner ist?". Dies höre ich auch von Ärzten in meinem Umfeld, die derzeit von Investitionen in ihre Praxis absehen.

